Die erste Deutsche schaffte es mit einem Krypto-Milliardär

von Redaktion

Weltraum-Missionen sind kostspielig, deswegen kommt manch reicher Privatier schneller ans Ziel als ausgebildete Astronauten

Rabea Rogge war die erste deutsche Frau im All. Matthias Maurer (rundes Bild, li.) und Alexander Gerst sind die zwei aktuellen Berufsastronauten für Deutschland. © Riedl/dpa, Balk

München – Nicola Winter ist nicht die erste deutsche Astronautin, die den Traum von einem Flug ins Weltall verfolgt. Auch in den Jahren zuvor gab es mehrere Anwärterinnen. Zu ihnen zählte zum Beispiel die Münchner Astrophysikerin Suzanna Randall. Sie sollte bereits 2020 im Rahmen des Projekts „Die Astronautin“ als erste deutsche Frau in den Weltraum fliegen. „Nach elf Männern muss es auch mal eine Frau sein“, sagte Randall 2019 während ihrer Ausbildung zur Astronautin. Doch auch hier scheiterte die Durchführung. Der Grund: die Finanzierung. 50 Millionen Euro hätte der Bund für die Beteiligung von Randall investieren müssen.

Auch Winter rutschte deshalb in die Reserve. Laut der ESA hat sie aber durchaus noch Chancen, eines Tages Teil einer Mission zu werden. „Flugmöglichkeiten können sich jederzeit ergeben“, so eine Sprecherin auf Anfrage. Astronautenflüge würden von Missionsplänen, internationalen Partnerschaften und verfügbaren Plätzen abhängen. Winter (41) könnte zur ISS oder zu anderen künftigen kommerziellen Raumstationen in der Nähe der Erde fliegen. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Es gibt keine Altersgrenze. „Die Auswahl und die Flugtauglichkeit hängen eher von der medizinischen Eignung, einer umfassenden Ausbildung und den Missionsanforderungen ab“, sagt die ESA-Sprecherin. Deutschland engagiere sich stark im bemannten Raumfahrtprogramm der ESA. Zurzeit sind Alexander Gerst (50) und Matthias Maurer (56) die beiden deutschen Berufsastronauten.

Mittlerweile versuchen immer mehr Astronauten und Forscher, über private Sponsoren ins All zu fliegen. Wer auf die ISS will, kann sich das für runde 50 Millionen Euro kaufen. Mithilfe des maltesischen Krypto-Milliardärs Chun Wang, der auch selbst mitflog, schaffte es Rabea Rogge 2025 als erste deutsche Frau ins All. Bis jetzt gibt es nur staatlich oder privat finanzierte Projekte. Suzanna Randall arbeitet an einer weiteren Möglichkeit: kommerziell rentablen Raumflügen. Dafür gebe es Gespräche mit Firmen und Regierungsvertretern.MARIE-THERES WANDINGER

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