Ein Organspendeausweis © kna
Zu wenig: 2025 spendeten nur 985 Deutsche Organe.
München – In Deutschland warten weit mehr Menschen auf eine Spenderlunge als in Norwegen mit seinen nur 5,67 Mio. Einwohnern. Ende 2025 waren es laut Eurotransplant 323. Die Wartezeit beträgt mehrere Monate und hängt auch von der Dringlichkeit und von den Erfolgsaussichten ab. Insgesamt sind die Wartelisten für ein neues Organ in Deutschland lang. Nur 985 Menschen spendeten 2025 eines oder mehrere Organe. 3150 Menschen bekamen laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation ein Spenderorgan – auf der Warteliste standen rund 8200 Menschen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa müssen Verstorbene in Deutschland zu Lebzeiten oder stellvertretend die Angehörigen einer Organentnahme explizit zugestimmt haben. Ideal ist ein Spenderausweis. Dort kann man ankreuzen, was infrage kommt: ob man uneingeschränkt zustimmt oder nur für bestimmte Organe. Oder gar nicht. Man kann auch eine Person benennen, die im Todesfall die Entscheidung treffen soll. Wichtig ist die Unterschrift auf der Karte. Zudem sollte sie schnell auffindbar sein (am besten stets bei sich tragen). Man kann seine Entscheidung auch im Organspenderegister hinterlegen. Der Eintrag ist freiwillig und kostenlos (www.organspende-register.de). Krankenhäuser können dort hinterlegte Erklärungen abrufen.
Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten fordert über Fraktionsgrenzen hinweg eine grundlegende Neuregelung. Ab 2030 soll demnach jeder Volljährige als Organspender gelten – außer er widerspricht explizit. Kritiker sehen darin einen Grundrechtseingriff.WHA