Hitze belastet unabhängig vom Alter

von Redaktion

Angesichts der Hitze sollten Menschen verstärkt darauf achten, genügend zu trinken. © IMAGO

München – Die Wetterstationen kündigen die erste heiße Woche des Jahres an: In Bayern werden Temperaturen bis 35 Grad erwartet. Margot Reidel ist Ärztin beim Medizinischen Dienst Bayern und leitet dort die Zukunftswerkstatt. Sie erklärt, worauf es jetzt im Alltag ankommt.

„Hitze bedeutet Stress und Belastung für jeden, unabhängig vom Alter oder Geschlecht. Unser Körper ist auf eine konstante Kerntemperatur von etwa 37 Grad Celsius angewiesen. Wenn es so heiß ist, kostet es ihn viel Energie, seine Kerntemperatur zu halten“, erklärt die Expertin. Der Körper müsse Wärme abgeben, was vor allem über die Haut geschieht. „Wir erzeugen eine Verdunstungskühle, indem wir schwitzen – dadurch verlieren wir aber auch Flüssigkeit. Die Gefäße weiten sich, damit der Körper über mehr Durchblutung Hitze abgibt. Dafür muss unser Herz aber mehr pumpen. All das ist anstrengend für den Körper, auch für gesunde Menschen. Hitze belastet jeden.“

Bei großer Hitze gibt es einiges zu beachten – als Arbeitnehmer oder im Familienleben. „Wer die Möglichkeit hat, Gleitzeit in Anspruch zu nehmen, sollte wichtige Arbeiten in die Morgenstunden legen und früher Schluss machen. Für Büros gilt das Gleiche wie für die Wohnung: morgens durchlüften, dann die Fenster schließen und verschatten“, sagt Reidel. Allerdings können viele Arbeitnehmer ihren Alltag nicht selbst der Hitze anpassen. „Dann ist der Arbeitgeber unter Umständen in der Pflicht, seine Mitarbeiter mit baulichen Maßnahmen zu schützen oder Wasserspender aufzustellen“, sagt Reidel. Für Familien gelte: „Aktivitäten in die Frühe oder auf den Abend legen und bei Kindern auch mal ein Sportereignis ausfallen lassen – niemand muss bei 40 Grad auf dem Fußballplatz stehen. Und für alle gilt: viel trinken!“

Im Zweifel die 112 wählen – Hitzschlag ist ein Notfall

München und Nürnberg bieten einen Stadtplan für „kühle Orte“ an. „Solche Karten sind nützlich, weil man mit ihnen längere Wege vorab planen kann: Wo kann ich eine Pause machen und mich abkühlen, wo gibt es einen Trinkbrunnen?“, erklärt Reidel. An Hitzetagen sollten alle ein Auge auch auf andere haben. „Wer einen hochroten Kopf bei kühler Haut hat, wer über Sehstörungen und Schwindel klagt oder verlangsamt reagiert, der benötigt Hilfe. Wir sollten die Zivilcourage haben, diese Person an einen kühlen Ort zu bringen und im Zweifelsfall den Notruf 112 zu wählen.“ Ein Hitzschlag sei ein echter Notfall. Vor allem Kinder, ältere Menschen und Obdachlose seien gefährdet.

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