Friedrich Merz (8) und Bärbel Bas (9) sind sehr zufrieden: Es bahnt sich eine mittlere Revolution bei der Rente an. Alle Generationen wären von den 33 Empfehlungen der Kommission betroffen. Ziel: Die Rente auf Jahrzehnte hinaus sicher und bezahlbar machen. Und das, obwohl einer Person ab 67 im Jahr 2040 voraussichtlich „nur noch gut zwei Personen im Erwerbsalter gegenüberstehen“, wie es in dem 80-Seiten-Bericht heißt. Wer sind die Personen, deren Vorschläge die Koalition nun 1:1 umsetzen will?
Den Vorsitz teilten sich zwei Experten, jeweils von CDU und SPD nominiert. Für die CDU war das Frank-Jürgen Weise (10), Ex-Chef der Bundesagentur für Arbeit sowie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Der 74-Jährige ist Reserveoffizier und CDU-Mitglied. Die „FAZ“ bezeichnete ihn vorab als „Mann für unlösbare Fälle“. Er pflegt gute Kontakte in die Partei, gilt nach gemeinsamen Reformbemühungen mit der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als einer ihrer Vertrauten.
Die SPD schickte die Sozialrechtsprofessorin von der Verwaltungshochschule Speyer, Constanze Janda (7). Die 49-Jährige war bislang noch nicht groß öffentlich aufgetreten, nicht einmal Pressebilder gab es bei ihrer Nominierung.
Vertreten wurden die beiden von drei Vizes, allesamt Bundestagsabgeordnete von CDU, CSU und SPD. Brisant: Alle drei sind 40 Jahre oder jünger. Praktisch als Friedensangebot an die Junge Gruppe schickte die CDU den 31-jährigen Renten-Rebell Pascal Reddig (5) für den Vize-Posten in die Kommission. Auch der 40-jährige CSU-Kandidat Florian Dorn (6) galt bereits im Vorfeld als Mann für eine mutigere Reform. Er hatte zwar für das Rentenpaket der Koalition gestimmt, als ehemaliger wirtschaftspolitischer Referent von Ifo-Präsident Clemens Fuest war aber klar: Hier pocht einer auf mutige Schritte. Für die SPD nahm die 33-jährige Sozialpolitikerin Annika Klose (3) teil, die eigentlich die klassischen SPD-Linien vertritt. Rückblickend erwies sich dieses Trio aber als Segen – wo diese drei eine gemeinsame Linie finden, fällt auch dem Rest der Koalition die Zustimmung leichter.
Zusätzlich brachten acht wissenschaftliche Mitglieder – je vier von Union und SPD ausgewählt – ihre Expertise ein: Das waren der Ökonom und Ex-Wirtschaftsweise Peter Bofinger (1), Tabea Bucher-Koenen (nicht abgebildet) vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), der Ökonom und Ex-Caritas-Generalsekretär Georg Cremer (4) und die Volkswirtin Camille Logeay (12) von der HTW Berlin. Hinzu kamen Monika Queisser (13), Leiterin der OECD-Abteilung für Sozialpolitik, Jörg Rocholl (11), Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Finanzministerium, der Wirtschaftsweise Martin Werding (nicht abgebildet) sowie Silke Übelmesser (2) von der Uni Jena.
Als Sachverständige nahm die Deutsche Rentenversicherung (DRV) an allen Sitzungen teil. DRV-Präsidentin Gundula Roßbach (14) war gestern auch bei der Übergabe des Berichts in Berlin dabei.