Biomarker-Test: Dafür wird Blut im Labor untersucht.
München – Bevor ein neuer Biomarker-Test wie der pTau217 in deutschen Arztpraxen standardmäßig eingesetzt und von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, wird er von drei Stellen streng geprüft: von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, dem staatlichen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und dem Gemeinsamen Bundesausschuss (dem obersten Gremium von Ärzten und Krankenkassen).
Der Münchner Allgemeinmediziner Dr. Markus Frühwein (mit Praxis in der Brienner Straße 11) zeigt sieben Tests, die die Prüfung bestanden haben und im Allgemeinen von den Kassen bezahlt werden – vorausgesetzt, ein Arzt stellt die medizinische Notwendigkeit fest:
Herzinfarkt: Der Biomarker Troponin im Blut verdeutlicht eine Schädigung der Herzmuskelzellen; in der Notfallmedizin für die schnelle Diagnose eines Herzinfarkts ist das extrem wichtig.
Diabetes mellitus: HbA1c im Blut verdeutlicht den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten Monate und ist für die Therapiesteuerung von Diabetikern entscheidend.
Schilddrüsenerkrankung: Das Hormon TSH im Blutserum dient als Wegweiser für die richtige Dosierung von Schilddrüsenmedikamenten, für Hausärzte und Endokrinologen ein notwendiges Werkzeug.
Nierenfunktion: Der Biomarker Kreatinin und die daraus errechnete GFR werden bei jedem Check-up ab 35 Jahren im Blut gemessen, um chronische Nierenschäden frühzeitig zu erkennen.
Bakterielle Entzündung: Das Protein Procalcitonin im Blutplasma kann als Entzündungsmarker den Unterschied zwischen einer bakteriellen und einer viralen Infektion zeigen. So können unnötige Antibiotika vermieden werden, wenn ein viraler Infekt – wie eine Erkältung – vorliegt.
Brustkrebs-Rückfalltests: Hier wird die Genaktivität in den entnommenen Tumorzellen bei frühem Brustkrebs untersucht. Damit kann das Risiko für ein Wiederkehren des Krebses besser abgeschätzt werden.
Multiple Sklerose (MS): Bei der Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems zeigen oligoklonale Banden (intrathekale IgG-Synthese) und freie Kappa-Leichtketten (kFLC) im Nervenwasser (Liquor) entzündliche Vorgänge bei Multipler Sklerose im Gehirn an, dieser Nachweis ist seit Jahren medizinisch anerkannt.MW