Lea Numberger-Thuy tastet vorsichtig an einem Zahn der Nachbildung eines Raubsauriers. © Tittel/dpa
Enzen – In der Südeifel haben Forscher Ende April erstmals einen Dinosaurier in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. In einer mehr als 200 Millionen Jahre alten Gesteinslage seien drei Zähne, zwei Fußkrallen und ein Zehenknochen von einem Raubsaurier entdeckt worden, der zu den ältesten Vertretern dieser Tiere in Deutschland gehöre, teilte die Paläontologin Lea Numberger-Thuy vom Dinosaurierpark Teufelsschlucht in Ernzen mit.
Der Fund sei unweit des Parks nahe der Irreler Wasserfälle gelungen. Man habe im Herbst 2024 am Steilufer der Prüm eine lokal begrenzte Gesteinsschicht entdeckt, die vollgepackt mit Knochen und Zähnen von ausgestorbenen Tieren gewesen sei. Darunter waren demnach auch die Fossilien des Eifel-Dinos.
„Wir konnten nachweisen, dass die Reste zu einem mittelgroßen Raubsaurier gehören, aufgrund der Form der erhaltenen Zähne wahrscheinlich der Gattung Lophostropheus, die bis dato nur durch ein Teilskelett aus der Oberen Trias von Nordfrankreich bekannt war“, sagte Numberger-Thuy.
Der zweibeinige Lophostropheus war rund vier Meter lang. Die Funde konnten anhand von fossilen Pollen und Sporen auf ein Alter von 203 Millionen Jahren datiert werden. Aus dieser Zeit seien weltweit nur eine Handvoll Dinosaurier bekannt, hieß es.
Dass die Forscher des Dinosaurierparks diese Entdeckung machen konnten, haben sie nach eigener Aussage den Fluten und Starkregenereignissen der vergangenen Jahre zu verdanken. Seit der Hochwasserkatastrophe 2021 seien die Uferböschungen der Prüm ständigen Veränderungen unterworfen, hieß es.
Nach einem Hangrutsch stießen die Forscher demnach auf ein „Bonebed“, eine Gesteinsschicht voller Fossilien: Sie bargen 300 Kilogramm per Hand, bevor kurz darauf ein weiterer Hangrutsch den Aufschluss bereits wieder zerstört hatte, wie der Park mitteilte.
Bei der Durchsicht mehrerer Tausend Fossilien sei den Forschern ein deutlich größerer, klingenförmiger Zahn in die Hände gefallen. „Als ich die gezackte Schneidekante dieses Zahns bei der näheren Untersuchung sah, war mir sofort klar: Das ist etwas Besonderes“, sagte Numberger-Thuy. Es folgte mehr.
„Dass dieser Sensationsfund ausgerechnet vor den Toren des Dinosaurierparks Teufelsschlucht gelang, ist ein unwahrscheinlicher Glücksfall“, sagte Bruno Zwank, Geschäftsführer der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH und Leiter des Dinosaurierparks.
Neben dem Raubsaurier haben die Wissenschaftler demnach weitere urtümliche Tiere nachgewiesen: darunter Panzerlurche, gürteltierähnliche Reptilien, schlankbeinigere Krokodilverwandte, Gleitechsen und Flugsaurier.