Die Deutschen machen gerne Urlaub dahoam oder im Mittelmeerraum. Aber auch Dänemark ist unter den Top Ten. © DRV
München – Trotz Inflation, Krisen und den Herausforderungen des Klimawandels lassen sich die Deutschen ihre Reiselust nicht nehmen. Im Gegenteil: Noch nie waren so viele im Urlaub wie 2024, wie eine Analyse des Deutschen Reiseverbands (DRV) ergab. Demnach unternahmen 63 Prozent der Deutschen im Jahr 2024 eine mindestens fünftägige Reise – das sind 68 Millionen Urlaubsreisen. Mehr als drei Viertel davon führten ins Ausland.
Das beliebteste Reiseziel bleibt dem DRV zufolge Deutschland – insbesondere Bayern, Schleswig-Holstein oder die Ostseeküste. Das überrascht nicht, denn Urlaub daheim ist billiger und einfacher zu organisieren. Die meisten Urlauber entscheiden sich aber für Reisen ins Ausland. Das Flugzeug bleibt das wichtigste Verkehrsmittel.
Besonders gefragt bleiben im Sommer sonnige Ziele rund um die Mittelmeerregion. Spanien ist das Lieblingsreiseziel der Deutschen – allen voran die beliebte Partyinsel Mallorca. Dahinter folgen die Türkei und Italien. Auch Griechenland, Österreich und Kroatien kommen gut an bei den Deutschen. Denn die reisen nicht nur viel, sondern geben dafür auch immer mehr Geld aus.
Laut Statista lagen die deutschen Ausgaben für internationale Reisen im Jahr 2024 bei rund 112 Milliarden US-Dollar – und belegten damit den dritten Platz hinter den USA und China. Laut Tourismusanalyse des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft gaben die Deutschen 2024 im Durchschnitt pro Reise etwa 1500 Euro pro Person aus.
Sicherheit und Verlässlichkeit werden angesichts der vielen Krisen weltweit für Urlauber immer wichtiger. „Dabei punkten die von Veranstaltern organisierten Reisen sowie die Beratung der Profis in Reisebüros. Reiseveranstalter kümmern sich im Fall der Fälle um ihre Gäste und haben Notfallpläne und ein entsprechendes Krisenmanagement“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband. Organisierte Pauschalreisen und Reisebüros sind also gefragt. Gleichzeitig investieren viele Urlaubsregionen angesichts des Klimawandels in Hitzeschutzkonzepte, Frühwarnsysteme oder eine stärkere Verlagerung der Hauptsaison in den Frühling und Herbst.
Fernreisen nach Asien gehörten lange ebenfalls zu den Gewinnern. Angesichts des Iran-Konflikts haben es diese Ziele aber wieder schwerer, weil viele Reisende die Risiken der Drehkreuze wie Dubai oder Doha scheuen. Zudem sind die Flugpreise in diese Regionen im Zuge des Konflikts nach oben geschnellt. Kerosin ist teuer geworden. Die zentrale Erkenntnis der Branche aber bleibt: Urlaubsreisen sind dem Deutschen wichtig.IMO