Vor 125 Jahren wurde der Bau der Wittelsbacher Brücke beschlossen. Für Kiosk-Besitzer Löwig ist sie ein besonderer Ort. © Siepmann/Getty, Schlaf
München – Die Wittelsbacherbrücke verbindet die Isarvorstadt mit der Au und Untergiesing. Sie gehört zu jenen Münchner Brücken, deren Bau vor 125 Jahren beschlossen wurde. Früher führte hier ein Holzkonstrukt über die Isar. 1904 wurde die Brücke dann in der heutigen Gestaltung aus Beton errichtet. Das Reiterstandbild zeigt Otto von Wittelsbach. Die Brücke ist nach dem bayerischen Herrscherhaus Wittelsbach benannt.
Aber nicht nur die Wittelsbacherbrücke feiert ein Jubiläum. Kioskbesitzer Andre Löwig leitet dort seit 25 Jahren den ältesten Kiosk Münchens. Er kennt die Brücke schon sein Leben lang, denn er ist in der Drei-Mühlen-Straße aufgewachsen. „Ich bin bestimmt schon tausende Male über die Brücke gegangen und gefahren“, sagt er. Als Kind ärgerte es ihn, dass er nicht über die Mauer sehen konnte. Dann hob ihn seine große Schwester hoch, erinnert er sich. Für Löwig ist sie bis heute ein besonderer Platz. Er sieht jeden Tag, wie die Münchner hier aufeinandertreffen. Ob beim Baden, Gassigehen oder auf dem Fahrrad.
Auch an seinem Kiosk freut er sich jeden Tag über schöne Begegnungen. „Wir haben viele Stammkunden und das gegenseitige Vertrauen ist groß“, sagt er. Eine Gruppe kommt regelmäßig zum Schachspielen. „Viele genießen im Sommer den Schatten unter den großen Bäumen.“ Bei Löwig kostet ein Wasser oder Limo 2,50 Euro und ein Bier drei Euro. Allerdings gibt es die Getränke nur in der Flasche.
Seit Corona habe sich einiges geändert. „Früher hatten wir zwei Stammtische, das hat sich alles aufgelöst.“ Die Menschen, die an seinem Kiosk vorbeikommen, würden sich auch anders zueinander verhalten, teils „rücksichtsloser“. Der größte Teil sei aber dennoch freundlich, betont er. Ein Punkt trifft den Kiosk-Besitzer aber sehr: „Die Brücke wird immer öfter beschmiert. Sie ist aus Sandstein und das ist sehr aufwendig zum Reinigen.“ Bald hört er auf und sucht nach einem Nachfolger. Ein paar Bewerber gab es bereits. „Der Richtige war noch nicht dabei.“MTW