Ein Blick zum Himmel lohnt sich: In der Nacht vom 12. auf den 13. August sollen viele Sternschnuppen zu sehen sein. © Archiv
München – Wer sich bei der Sonnenfinsternis am 12. August nicht sattgesehen hat, kann die Schutzbrille absetzen und den Blick gleich noch einmal in den Himmel richten. Denn nur wenige Stunden später wartet das nächste Himmelsereignis: In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde könnten dann über Oberbayern hinwegziehen.
Anders als bei der Sonnenfinsternis ist Deutschlands geografische Lage ideal, um den jährlich im August wiederkehrenden Meteorstrom zu beobachten. Die Perseiden sind seit dem 17. Juli aktiv, das Maximum wird jedoch in dieser Nacht erwartet. Besonders nach Mitternacht bis kurz vor der Morgendämmerung stehen die Chancen gut, die leuchtenden Spuren am Himmel zu entdecken.
Die Perseiden sind einer der bekanntesten Meteorströme, weil sie besonders viele helle Sternschnuppen hervorbringen und im Hochsommer bei angenehmen Temperaturen beobachtet werden können. Sie gehen auf den Kometen Swift-Tuttle zurück: Auf seiner Bahn um die Sonne hinterlässt er eine Spur aus Staub und Gesteinspartikeln. Kreuzt die Erde diese Spur, dringen die Teilchen mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein und verglühen – dabei entstehen die kurzen, hellen Leuchtspuren am Himmel. Der Zeitpunkt ist heuer perfekt: Durch die Sonnenfinsternis gibt es in dieser Nacht auch Neumond. Das bedeutet: Der Mond liefert kein störendes Licht und der Himmel bleibt besonders dunkel. Dadurch werden auch schwächere Meteore sichtbar, die bei stärkerem Mondlicht überstrahlt werden.
Um möglichst viele Sternschnuppen zu sehen, sollte man raus aus der Stadt: Hochhäuser und künstliches Licht erschweren den Blick auf den Nachthimmel. Wer in München bleibt, sollte einen erhöhten und möglichst dunklen Ort mit freiem Blick aufsuchen, zum Beispiel den Fröttmaninger Berg, den Perlacher Mugl oder den Olympiaberg. Auch am Stadtrand stehen die Chancen deutlich besser. Wer das Maximum will, fährt aufs Land. Besonders an Seen wie dem Ammersee, Wörthsee oder Starnberger See gibt es besten Himmelsblick, etwa im Erholungsgebiet Ambach in Münsing. Auch die Burg Ebersberg hoch über der Stadt bietet perfekte Bedingungen für die Himmelsbeobachtung. Das Handy sollte ausbleiben, um die Dunkeladaption der Augen nicht zu stören. Die benötigen 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Danach heißt es nur noch: nach oben schauen und hoffen, dass keine Wolken aufziehen – und sich was wünschen. Nach altem Volksglauben hat man beim Anblick einer Sternschnuppe einen Wunsch frei. Dieser Brauch besagt aber auch: Den Wunsch nicht verraten, ganz schnell sein – und nicht den Schaden anderer wünschen.AB