Magische Momente im Mondschatten

von Redaktion

Die schönsten Augenblicke der Sonnenfinsternis

Picknick auf dem Stadlberg bei Agatharied © Plettenberg

Elke Behnke ergatterte noch drei Brillen. © Marcus Schlaf

Eine Hobby-Astronomin am Dach des Gasteig. © Kneffel/dpa

Angie Denz und Anne Urbanek in München © hangenFoto

Die entscheidenden Minuten in Berg: Ganz langsam verdunkelt sich der Himmel. © Andrea Jaksch

Das ist eine Brillenschlange: Am Mittwoch stehen Hunderte am Shop des Deutschen Museums für Sofi-Brillen an. © Schlaf

Der Blick auf die Sonne, vor die sich von rechts unten langsam der Mond schiebt. In Oberbayern wird es dabei nicht ganz dunkel, in Spanien schon. Das große Foto ist gestern Abend auf dem Münchner Olympiaberg entstanden, der dicht an dicht mit Schaulustigen besetzt war. © Hangen

München – Was für ein Spektakel: Pünktlich um 19.23 Uhr geht es los. Der Mond beginnt sich, vor die Sonne zu schieben. Allmählich wird es dunkler, die Temperatur sinkt spürbar. In ganz Bayern verfolgen Millionen Schaulustige das seltene Himmelsspektakel. Auch in München haben sich Tausende teilweise stundenlang in langen Schlangen angestellt, um noch eine der rar gewordenen Spezialbrillen zu ergattern. Diejenigen, die noch eine bekommen haben, können ganz genau beobachten, wie sich das Rund des Mondes immer mehr vor die Sonne schiebt.

Besonders gut lässt sich das Ereignis vom Olympiaberg aus betrachten. Die Menschen pilgerten in kleinen und großen Gruppen mit Picknickkörben, Decken und Sonnenschirmen auf den Berg und harrten schwitzend im prallen Sonnenschein aus. Bereits um 18 Uhr sind die besten Plätze belegt – besonders die im Schatten der Bäume. Eine halbe Stunde später ist auch ganz oben jedes Fleckerl besetzt.

Mittendrin: Angi Denz (66) mit ihrer Schwiegertochter Anne Urbanek (34), die schon um 16 Uhr den Oly-Berg erklommen haben. „Es ist faszinierend“, sagt Denz, die auch schon die Sonnenfinsternis 1999 beobachtet hat. „Es passiert so selten und hat etwas Magisches, wenn die Sonne so verdunkelt wird.“

Hobby-Astronom Gleb Sverdlin (20) ist samt seinem Fünf-Kilo-Teleskop angerückt. Für ihn ist das Naturschauspiel ein wahres Wunder, für das er das Gewicht gerne auf den Münchner Berg schleppte. „Die Astronomie zeigt uns, wie klein wir Menschen sind“, sagt er. „Und ich hoffe, dass wir im Universum nicht alleine sind.“

Veronika Berg (42) und ihr Sohn Bennet (14) aus Traunstein haben sogar extra ihren München-Aufenthalt verlängert, um die Sonnenfinsternis zu verfolgen. „Das Wetter ist ja perfekt“, schwärmte Veronika Berg, die noch Brillen von Bekannten ergattern konnte.

Bei der letzten Sonnenfinsternis am 11. August 1999 verdeckte der Mond die Sonne komplett. Gestern sahen die Menschen nur eine partielle Finsternis. Beim Höhepunkt um 20.15 Uhr waren dabei etwa 89 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt. Dafür wurden die Schaulustigen heuer durch den Zeitpunkt des Spektakels versöhnt. Die Mischung aus tiefer Finsternis und Sonnenuntergang machen den Abend zu einem besonderen Erlebnis, von dem die Bayern wohl noch in Jahren erzählen werden.DAP, AD

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