München – Die körperlichen Aussetzer von Jamal Musiala haben die Fußballwelt aufgeschreckt. Was genau die Ursache beim Bayern-Star ist, ist zumindest offiziell noch nicht bekannt. Der Begriff „neurologische Dysfunktion“ ist medizinisch gesehen keine Diagnose, sondern beschreibt ein breites Feld an Symptomen. Neben funktionellen Störungen, Stress, Überlastung, Traumata wie Gehirnerschütterungen können auch milde Formen der Epilepsie dahinterstecken. Gerade die Diagnose Epilepsie zieht sich quer durch alle Sportarten.
Severin Freund (38), deutscher Olympiasieger und Weltmeister im Skispringen, gab Ende 2024 öffentlich bekannt, dass er seit seinem 16. Lebensjahr an einer fokalen Epilepsie leidet. Er bestritt seine gesamte erfolgreiche Weltkarriere mit der Erkrankung.
Der NFL-Quarterback Justin Fields (27), der bei den Kansas City Chiefs unter Vertrag steht, bekam seine Epilepsie-Diagnose an der Highschool. Er hat die Krankheit medikamentös gut im Griff und verpasste in seiner noch jungen Profikarriere kein Spiel deswegen.
Sehr offen geht Fußballprofi Matt Crooks (32) mit seiner Epilepsie um. Der britische Profi, der aktuell in den USA für Real Salt Lake spielt, bekam die Diagnose im Alter von 18 Jahren.
Bekannte Namen findet man in der Leichtathletik. Spektakulär war der Vorfall um die britische Langstreckenläuferin Jessica Warner-Judd (31). Im Juni 2024 erlitt sie beim 10.000-Meter-Finale der Leichtathletik-EM in Rom einen fokalen epileptischen Anfall und musste nur 600 Meter vor dem Ziel aufgeben. Bis dahin hatte sie nichts von ihrem Handicap gewusst. Inzwischen ist sie medikamentös stabil eingestellt.
Die US-Sprinterin und dreifache Olympiasiegerin von 1988 Florence Griffith-Joyner („Flo-Jo“) hielt ihre Krampfanfälle zeitlebens geheim. Erst nach ihrem plötzlichen Tod 1998 im Alter von erst 38 Jahren stellte sich heraus, dass ein schwerer epileptischer Anfall, ausgelöst durch eine angeborene Gefäßanomalie im Gehirn, die Ursache war.
Die ehemalige US-amerikanische Olympia-Langstreckenläuferin Kara Goucher (48) leidet an Runner’s Dystonia, einer seltenen, neurologisch-funktionellen Störung, bei der das Gehirn fehlerhafte Bewegungssignale an die Beine sendet. Sie musste ihre Profikarriere deshalb beenden.
Der britische Sprinter Zac Shaw (30), der an einer Sehbehinderung leidet und bei den Paralympics 2024 Silber und Bronze gewann, ist ein Beispiel für Epilepsie in Folge eines Traumas – nach einem schweren Sturz auf den Kopf.