Was die AfD in Sachsen-Anhalt vorhat

von Redaktion

Im Wahlprogramm stehen mehr deutsche Kinder und Schüleraustausch mit Russland – Wie hält die CDU dagegen?

Zeigt sich volksnah: AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund startet in Quedlinburg zu einer Simson Ausfahrt. © Bein/dpa

Magdeburg – Hinter jeder Aufzählung steht ein Ausrufezeichen. Als würde der Leser permanent ermahnt werden. Und als allererstes Kapitel führt die AfD in ihrem Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt den Punkt „Familie und Kinder“ auf. Die Einwanderung habe sich als „untaugliches Mittel gegen das Aussterben der einheimischen Bevölkerung“ erwiesen, heißt es darin. Außerdem würden „sexuelle Abweichungen und nicht-reproduktive Lebensweisen mittlerweile mehr Akzeptanz genießen und offensiver beworben werden als die normale Familie aus Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen“, heißt es weiter. Damit macht die Partei, die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, keinen Hehl daraus, dass es ihr um deutsche Kinder aus deutschen heterosexuellen Familien geht.

Nebenbei will die AfD die Schulpflicht streichen, stattdessen eine Wahl zwischen Schul- und Hausunterricht schaffen, der Schüleraustausch mit Russland soll wiederbelebt und das Singen der Nationalhymne etabliert werden.

Auch das Regierungsprogramm der CDU fokussiert sich auf die junge Generation – mit einem neuen Bildungskonzept. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze verspricht das „klügste Bildungssystem in Deutschland“. Unter anderem will er ein 4+1-Modell einführen. Demnach soll es an allen neuen Ober- und Gesamtschulen von der 7. bis zur 9. Klasse vier Tage Unterricht und einen Praxislerntag, etwa in einem Unternehmen, geben.

Der Anschlag 2024 auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg mit sechs Toten hat in Sachsen-Anhalt Spuren hinterlassen. Neben der Stärkung der Wirtschaft fokussiert sich die CDU deswegen direkt an erster Stelle auf die innere Sicherheit in Verbindung mit der Migrationswende. Die Landespolizei soll aufgerüstet, ihre Beamten sollen mit Elektro-Tasern ausgestattet werden. Zugleich brauche es weitere Kraftanstrengungen, „um Migration wirksam zu ordnen, zu begrenzen und konsequent zurückzuführen“, steht im Programm.

Die AfD scheut sich hingegen nicht, in typischer AfD-Sprache an vielen Stellen von Remigration zu sprechen, und fordert, auch eine „Remigrationsoffensive in die Ukraine vorzubereiten“.

Die Wirtschaftsvision der CDU ist ambitioniert. „Unser Ziel: Zu einer der Top-5-Regionen für Ansiedlungen werden, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.“ Das Thema Wirtschaft und Tourismus steht bei der AfD erst an neunter Stelle. Die Bandbreite an Lösungsansätzen: überschaubar. So sollen etwa die EU-Sanktionen gegen Russland beendet werden.HUD

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