Die 58-jährige Sylvia Furmaniak schrieb über ihre Nahtoderfahrung nach einer Hirnhautentzündung ein Buch mit dem Titel: „Warum ein roter R4 nicht in eine hellgrüne Schublade passt“. Der Titel bezieht sich darauf, dass ihr Leben nicht einem stabilen Mercedes Benz, sondern eher einem schönen, roten R4 gleiche. Im Interview mit Alt schildert Furmaniak, die damals schon mehrere Monate pflegebedürftig war, ihre Nahtoderfahrung so: „Plötzlich rutschte ich wie eine Stufe tiefer. Ich bewegte mich durch einen lichtdurchfluteten Tunnel. Es fühlte sich an wie ein Sog, wie ein Magnet.“ Ein Teil in ihr habe gespürt, dass sie am Sterben war. „Wie auf einer Leinwand sah ich unterschiedliche Sequenzen ganz bunt durcheinander aus meinem Leben: wie ich als Kind auf dem Dreirad saß, wie ich mit meinem Hasen Beppo spielte oder mit meinen Freundinnen und Freunden, meinen Eltern und meinem Bruder zusammen war. Fast wie gleichzeitig spürte ich die Anwesenheit von verstorbenen Familienmitgliedern.“ Und doch habe sie auch eine starke Kraft gespürt, die sie immer wieder zurückzog. „Ich war noch nicht fertig mit dem Leben, hatte noch eine Aufgabe. Aber welche? Und dann war ich wieder da – kristallklar und wach auf meinem Sofa“, so die damals 32-Jährige.KR