„Diese Wahl war ein Misstrauensvotum gegen die gesamte CDU, nicht nur den Landesverband in Sachsen-Anhalt. Die Umfragen zeigen es deutlich. 86 Prozent der abgewanderten Wähler äußerten sich enttäuscht über Bundeskanzler Friedrich Merz. Er habe zu viel versprochen und zu wenig gehalten.Erst durch die großen Hoffnungen, die gerade rechtskonservative Wähler mit Merz verbanden, erklärt sich der harte Aufschlag der Partei jetzt. Merz stand für den Bruch mit den von vielen zuletzt als bleiern empfundenen Merkel-Jahren. (…) Was die Wähler anschließend bekommen haben, ist allerdings in weiten Teilen ein Wiederaufguss der Merkel-Ära.“NEUE ZÜRCHER ZEITUNG
„Zu sehen, wie sie an den Wahlurnen fast jeden zweiten Wähler hinter sich vereinen, ist ein Schock für Millionen von Deutschen, für die die AfD eine Bedrohung für ihre Demokratie, eine Beleidigung des Versprechens ‚Nie wieder‘ und ein Rückschlag für all die Arbeit ist, die in Bezug auf ihre Vergangenheit geleistet wurde. Kein anderes Land hat so viel in eine gemeinsame Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit investiert wie Deutschland, um die Wiederkehr der Vergangenheit abzuwenden. (…) Sowohl der Kreml als auch das Weiße Haus sind mit diesem Ergebnis zufrieden, das die führende europäische Macht und damit Europa schwächt.“OUEST-FRANCE (PARIS)
„36 Jahre nach der Wiedervereinigung ist Deutschland wirtschaftlich um vieles einheitlicher geworden. Gefühlt hingegen entfernen sich Ost und West wieder voneinander. Diese Spaltung nutzt die rechtsextreme AfD geschickter aus als jeder andere. Und das kann zu dramatischen Konsequenzen nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa führen.“NEPSZAVA (BUDAPEST)
„Der Absturz der CDU, der Partei von Kanzler Merz, sollte zu einer besonders tiefgreifenden Reflexion führen. (…) Das Problem für die deutsche politische Mitte besteht nicht nur darin, die AfD einzudämmen, sondern jene Wähler zurückzugewinnen, die sie verloren hat.“ABC (MADRID)
„Der Triumph der AfD ist ein politischer Alptraum für Friedrich Merz, der schon jetzt einer der am wenigsten beliebten Kanzler ist. Zudem tobt im Inneren seiner Partei eine immer heftigere Diskussion über die Strategie im Umgang mit der AfD. Die einen glauben, dass die weitere Isolation der extremen Rechten keinen Sinn hat und die CDU den Dialog beginnen sollte. Die anderen, die Merz näherstehen, wollen den Kurs beibehalten und andere Parteien überreden, an der Brandmauer festzuhalten.“POLITYKA (WARSCHAU)
„Deutschland hat gestern eine neue Seite seiner Geschichte geschrieben, und es ist eine beunruhigende Seite. In einem kleinen Bundesland, Sachsen-Anhalt, in dem drei Prozent der deutschen Bevölkerung leben, hat eine überwältigende Mehrheit der Wähler das Versprechen des ,Nie wieder“ verraten. Und zum ersten Mal seit dem Ende des Nationalsozialismus tritt eine rechtsextreme Partei, die Schlagworte verwendet und auf die unmenschlichen Ideen jener Ära zurückgreift, die Alternative für Deutschland (AfD), an, eine Region zu regieren.“LA REPUBBLICA (ROM)