Waldemar Bonsels war ein glühender Antisemit

von Redaktion

Waldemar Bonsels auf einem Foto von 1925. © Scherl/Pa

München – Heute sagt der Name Waldemar Bonsels niemandem etwas, vor 100 Jahren war er einer der meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller. Seine Bücher sind lange vergessen, einzig die „Biene Maja“ ist noch allgegenwärtig, allerdings nur wegen der gleichnamigen Zeichentrickserie, die sich vom Roman doch recht deutlich unterscheidet.

Das Buch wird bei Erscheinen 1912 zwar freundlich besprochen, aber kein großer Erfolg. Erst im 1. Weltkrieg wird die Fabel um Heldenmut und Aufopferung des Individuums für das eigene Volk ein Bestseller: Soldaten machen das Kinderbuch zum Klassiker. Bonsels wird in der Folge reich und berühmt, residiert vornehm am Starnberger See, im Sommer in seiner Villa auf der italienischen Insel Capri. Seine sogenannten Vagantenromane um Außenseiter, die gegen die Gesellschaft rebellieren, werden viel gelesen und Bonsels, glühender Antisemit, nutzt seine Popularität, um fast schon wahnhaft gegen Juden zu hetzen, die er als Todfeind der Kultur bezeichnet.

Wenig überraschend unterstützt er dann die Nazis, obwohl die einige seiner Bücher 1933 verbrennen lassen. Das seien „Unebenheiten“ einer nationalen Revolution, findet Bonsels und nimmt es nicht persönlich, weil er die Sache von Adolf Hitler leidenschaftlich unterstützt.

Nach dem 2. Weltkrieg zieht sich Bonsels zurück, nimmt aber nichts von seinen volksverhetzenden Tiraden zurück. 1952 stirbt er als wohlhabender Mann in seinem Haus am Starnberger See. Die nach ihm benannte Stiftung arbeitet mittlerweile die braune Gesinnung von Bonsels auf. Sein Werk ist in der Versenkung verschwunden.ZORAN GOJIC

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