Krätzje, Korpskreuz und Kokarde: Auf diese Details kommt‘s an

von Redaktion

München – Die rot-weiße Uniform ist tatsächlich eine und kein Kostüm. 1823 gründeten sich die Roten Funken als erste Karnevalsgesellschaft und sind die legitimierten Nachfolger der Kölner Stadtsoldaten. Die Persiflage auf das Militär spielen sie bis heute nach. Die Kölner Funken sind der erste paramilitärische Verein, der das Militär veralbert. Zu ihrer Uniform gehören ein Federbusch, den nur Offiziere tragen, ein Säbel und bei den Soldaten Holzgewehre, in deren Lauf eine rot-weiße Nelke steckt. Sie symbolisiert, dass die Stadtsoldaten nie einen Schuss abgaben. Bevor es zum Gefecht kam, öffnete Köln immer seine Stadttore. Nur Offiziere tragen Reiterstiefel, die Soldaten schwarze Gamaschen, die sie bis zu den Knien hinaufziehen. Ein Krätzje trägt jeder Funke, egal welchen Ranges. Das Korpskreuz ist das wichtigste Symbol der Funken. Jeder Neuzugang erhält ein Korpskreuz.

Bei den Gebirgsschützen heißt die Uniform Montur. Auch sie beziehen sich auf die französische Besatzungszeit unter Napoleon. Die Montur in Wolfratshausen ist daran angelehnt. Teilweise sehen sie den klassischen Trachtlern sehr ähnlich, haben aber eigene Merkmale, die sie als Gebirgsschützen auszeichnen. Die Kokarde am Hut, ein rundes Abzeichen, trug früher das gesamte bayerische Militär an Helmen oder Hüten. Die Gebirgsschützen zählten zum Militär und waren die letzte Instanz an der Grenze. Die Kokarde mit blauem Ring zeichnet bis heute jeden Schützen aus. Nur ein aktives Mitglied darf sie tragen. Die weiß-blaue Armbinde stammt aus der Zeit, als Gebirgsschützen keine Uniformen trugen, und diente als Erkennungszeichen. Die Gebirgsschützen sehen sich als letztes Überbleibsel des bayerischen Militärs. Deshalb tragen die Offiziere und Hauptmänner immer noch Säbel. Das Exemplar von Rainer Lorz stammt aus dem Jahr 1837. Die grüne, geflochtene Schützenschnur unterscheidet einen Schützen vom Spielmannszug. Denn die Kompanien haben auch eigene Spielmannszüge. Der Gürtel hielt früher das Gewand zusammen.MTW/FOTOS: AS

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