„Einfach und bodenständig“

von Redaktion

Viel Lob in TV-Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ für Mesnerwirt in St. Johann bei Siegsdorf

Siegsdorf – „Bei uns wird’s so gemacht wie ganz früher“, sagte Julia Hofbauer nicht ohne Stolz in die Kamera. Die Chefin vom Mesnerwirt in St. Johann bei Siegsdorf hatte als Vierte der Fünfergruppe ihren Auftritt bei „Mein Lokal, Dein Lokal“ (Sender Kabel Eins). Sie führt eines der ältesten Wirtshäuser im Chiemgau.

„Mädchen
für alles“

„Ohne Firlefanz, und alle Gerichte sind einfach und bodenständig“, so die 29-Jährige. In der Gaststube habe sich in den vergangenen 60 Jahren eigentlich nichts verändert.

Ganz besonders beeindruckt war Moderator Robin Pietsch dann in der Küche: Kochplatten über einem Holzofen. „Nicht Schalter umdrehen und anmachen, da muss man dranbleiben“, so der Sternekoch.

Von ein paar „alten Hasen“ werde sie zwar in der Küche noch unterstützt, aber Julia bezeichnete sich im Gasthaus als „Mädchen für alles“. Für Moderator Robin Pietsch gab’s Schnitzel. „Wir sind berühmt dafür. Vorgängerin Wally hat das Wirtshaus mit den Schnitzeln wahnsinnig gepusht.“ In der „Schweinsfettn“ und am Holzofen herausgebraten ließ es sich Pietsch schmecken. Eine „Eins plus mit Sternchen“ war es für den Moderator. Und Julia Hofbauer wusste gar nicht, was sie sagen sollte: „Ich bin um jeden Tipp dankbar, aber er hatte keinen, was uns narrisch freut. Einen Sternekoch hat man nicht jeden Tag im Haus.“

So „klein, fein und urig“ wie das Wirtshaus in Robin Pietschs Augen war, so „super-einfach und super-puristisch“ war die Speisekarte für Julias Kollegen Hannes vom „Post Kurbe“ in Bad Feilnbach: „Da sind nur Dinge drauf, die jeder mag.“ Also gab’s für die Männertruppe zur Vorspeise Pfannkuchensuppe („total fluffig und flauschig“), Obatzdn oder Spargelcremesuppe („hervorragend cremig“). Und bei der Hauptspeise ließ sich Hannes wiederum vom Schnitzel begeistern. Auch nach einer Zeit auf dem Teller habe es immer noch „gekracht“ – „die Panade war perfekt“.

Aber es gab auch „ein paar Schnitzer“, wie es Moderator Pietsch ausdrückte: Die zuvor selbst gemachten Käsespätzle für Martin vom Raitner Wirt waren trocken, was der Chefin dann auch selbst auffiel. Die Soße beim Rindsgulasch mit Spätzle für Andi vom Gasthaus Klobenstein hatte ihm zu wenig Bindung. Und die Palatschinken für Hannes zur Nachspeise waren etwas trocken und die Marmelade zu sauer. Ansonsten viel Lob für „fluffige“
Kaspressknödel, zartes Fleisch, eine Bayerische Creme, die mit weißer Schokolade verfeinert war – und immer wieder Erstaunen über Julias große Portionen.

Große Portionen, hoher Preis? Mitnichten. Die Gesamtrechnung für Speisen und Getränke machte 171,30 Euro aus. Damit ist der Mesnerwirt das preiswerteste aller Gasthäuser in dieser Woche.

Chefin Julia
ist zufrieden

Bei den Punkten landete Julia Hofbauer mit 34 im Mittelfeld, belegt zu diesem Zeitpunkt den dritten Platz der bisherigen vier Wirte. Hannes und Markus vom Landgasthaus Suranger vergaben jeweils neun Punkte, Andi und Martin jeweils acht. Ein Ergebnis, mit dem man zufrieden sein darf. Und Chefin Julia war es auch: Jede Wertung „über sieben“ sei okay. „Und jetzt bin ich froh, dass es rum ist.“

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