Marquartsteiner haben einen neuen Hausarzt

von Redaktion

Dr. Clemens Kraus übergibt nach 35 Jahren seine Praxis an Dr. Christian Freund

Marquartstein – Seinen Ruhestand hat sich Clemens Kraus nach 35 Jahren als Hausarzt in Marquartstein wohl verdient. Seit 1. April 1982 hatte er sich um die Gesundheit der Marquartsteiner gekümmert. Diese Aufgabe übernimmt nun sein Nachfolger, Dr. Christian Freund.

Damals, so erzählt er, bedeutete Hausarzt zu sein, noch Anwesenheitspflicht von Montag bis Freitag – tagsüber und nachts – dazu alle drei Wochen zusätzlich Wochenenddienst. Da es im Achental noch nicht so viele Ärzte wie heute gab, musste man als Hausarzt ständig Notdienste übernehmen.

Aktivitäten in der Freizeit seien fast als Hausarzt in seiner Anfangszeit nicht möglich gewesen – nur, wenn ein Kollege gefunden wurde, der sich für die Vertretung bereit erklärte, so Kraus.

Bürgermeister Andreas Scheck dankte Clemens Kraus mit einem Büchergutschein für seinen jahrzehn-telangen Einsatz in der ärztlichen Versorgung in der Gemeinde.

Es war für Kraus nicht ganz einfach, einen Nachfolger zu finden, denn viele junge Ärzte wollen lieber in die Stadt. Außerdem könne ein Arzt nicht einfach seine Praxis beliebig verkaufen. Dazu müsse ein Zulassungsausschuss eingeschaltet werden, der nach umfassenden Berechnungen entscheidet, ob die Praxis als ganze Einzelpraxis nachbesetzt werden kann oder ein halber Kassensitz ausreicht.

Wegen des hohen Anteils der Bürger im Rentenalter, 28 Prozent in Marquartstein, setzte sich auch die Gemeinde erfolgreich dafür ein, dass die Praxis in vollem Umfang erhalten bleibt. „Eine gut funktionierende Hausarztversorgung ist keine Selbstverständlichkeit in so einem kleinen Dorf“, freut sich der Bürgermeister, dass sich mit Dr. Christian Freund ein Nachfolger gefunden hat.

Dieser wurde 1979 in Bad Reichenhall geboren und lernte zunächst den Beruf des Rettungsassistenten, ehe er in Innsbruck Medizin studierte und schließlich Facharzt für Allgemeinmedizin und Notfallmedizin wurde. Seit sechs Jahren lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern im Achental. Er arbeitete bereits in mehreren Krankenhäusern und Praxen in der Region.gi

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