Zu unserem Bericht „Bernau macht nicht mit bei Landschaftspflegeverband“ im Lokalteil:
Die guten Erfahrungen, die man in den Nachbarlandkreisen gemacht hat, haben nun auch erfreulicherweise den Landkreis Rosenheim dazu bewogen, an die Gründung eines Landschaftspflegeverbands zu gehen. Dieser widmet sich hauptsächlich der Aufgabe, wertvolle Naturflächen zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen, wobei Gemeinden, Land- und Forstwirtschaft und Naturschutz gleichberechtigt zusammenarbeiten. In der Zwischenzeit haben zahlreiche Kommunen im Landkreis ihren Beitritt erklärt. Aber ausgerechnet Bernau am Chiemsee, das mit dem Irschener Winkel und den südlichen Chiemseemooren ein besonders attraktives Naturjuwel besitzt, will beim Landschaftspflege-Verband nicht mitmachen.
Natürlich versteht man die Vorbehalte unserer Landwirte, die durch EU-Regelungen und die Auswirkungen der Globalisierung gebeutelt werden, aber viele unserer Bauern vermieten sehr erfolgreich Zimmer beziehungsweise Ferienwohnungen und können dadurch den Ertrag ihres Betriebs steigern. Warum aber kommen die Urlaubsgäste gern zu uns und was wünschen sie sich vor allem? Ruhe und Erholung in naturbelassener Landschaft. Diese ist jedoch nicht zum Nulltarif zu haben, weshalb es mit der Intensivlandwirtschaft nicht so weitergehen kann wie in den vergangenen 50 Jahren! Gerade unsere Bauern, deren Familien oft schon jahrhundertelang ihren Hof bewirtschaften, müssten eigentlich einsehen, dass man die Schönheit unserer Landschaft nicht wegen kurzfristiger Gewinne aufs Spiel setzen darf. Umdenken und nachhaltiges Wirtschaften sind deshalb gefragt. Hierzu bietet ein Landschaftspflege-Verband die besten Voraussetzungen, weil er Landwirtschaft und Natur gleichermaßen zu ihrem Recht kommen lässt. Es ist sehr schade, dass Bernau diese Chance nicht nutzt – aber es ist ja noch nichts verloren –, ein Beitritt ist auch später jederzeit möglich.
Gerhard Märkl
Rottau