Traunstein – 2,6 Millionen Unfälle passierten 2016 in der Bundesrepublik – mit 396700 Verletzten und 3214 Todesopfern. Zum Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer diesen Sonntag verweist der Kreisverband Traunstein des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) auf seinen Rettungsdienst, der Unfallopfern beisteht, und wie wichtig die Erste-Hilfe-Ausbildung ist. Mehr als 29000 Einsätze leisteten die BRK-Mitarbeiter des Rettungsdienstes 2016 im Landkreis Traunstein – das sind rund 80 pro Tag.
Um im Notfall schnell und wirksam helfen zu können, betreibt das Rote Kreuz hohen Aufwand. Sieben Rettungswachen sind rund um die Uhr besetzt. Zudem stehen an fünf Standorten Notarzteinsatzfahrzeuge bereit. Dadurch wird gewährleistet, dass im Notfall jeder Landkreisort an einer öffentlichen Straße zügig von einem BRK-Rettungsdienstfahrzeug erreicht werden kann. „Nach einem schweren Unfall kommt es für die verletzten Personen oftmals auf jede Minute an. Darum müssen wir umfangreiche Vorbereitungen treffen, um im Notfall so schnell wie möglich vor Ort sein zu können“, erklärt Hermann Schramm, Leiter des Rettungsdienstes beim BRK-Kreisverband Traunstein.
Erste-Hilfe-Kenntnisse in wenigen Stunden erlernbar
Doch bei einem Verkehrsunfall kommt es nicht nur auf die Hilfeleistung durch professionelle Kräfte an. „Ganz wichtig ist, dass der Ersthelfer an der Unfallstelle weiß, was zu tun ist. Dadurch kann das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen der Rettungskräfte überbrückt werden und die Überlebens- und Genesungschancen der Unfallopfer steigen deutlich“, betont Schramm.
Da ein Notfall immer eine stressvolle Ausnahmesituation darstellt und Menschen unvermittelt zu Ersthelfern macht, sind solide Kenntnisse in Erster Hilfe von großer Bedeutung. „Erste Hilfe zu leisten, ist nicht schwer, wenn man über die entsprechenden Kenntnisse verfügt. Wir bieten verschiedene Kurse an, in denen die Grundlagen der Ersten Hilfe praxisnah vermittelt oder aufgefrischt werden. Diese Kurse dauern nur wenige Stunden, zeigen jedoch wichtige Handlungsschritte für den Ernstfall auf“, sagt Ausbildungsleiter Stefan Berndl.
Schramm ist es zudem ein Anliegen, nicht am Unfall beteiligte Verkehrsteilnehmer zu besonnenem Handeln aufzufordern. „Das Bilden einer Rettungsgasse erleichtert es unseren Rettungskräften enorm, schnell am Unfallort zu sein. Diese muss breit genug sein und auch für nachrückende Einsatzkräfte offen gehalten werden. Außerdem ist es wichtig, dass andere Verkehrsteilnehmer in angemessener Geschwindigkeit an der Unfallstelle vorbeifahren und nicht aus Neugier stehenbleiben, um die Rettungsarbeiten zu beobachten oder gar zu filmen“, betont der BRK-Rettungsdienstleiter. re