Kommentar

Schritt in die richtige Richtung

von Redaktion

Es ist nicht mehr – und es ist auch nicht weniger: Auf eigenen Wunsch hin bekommt die Mittelschule Unterwössen nun einen Jugendsozialarbeiter. 25 Stunden in der Woche wird er künftig Lehrern, Schülern und Eltern unter die Arme greifen. Und dieser Schritt von Schule und Politik geht zweifellos in die richtige Richtung. Denn die Herausforderungen im Schulalltag ändern sich auch in Unterwössen – und zwar gewaltig.

Wer nun ableiten würde, dass die Zustände gerade in dieser Mittelschule besonders schlimm oder gar dramatisch wären, der geht völlig in die Irre. Denn: Sie leistet gute Arbeit. Allein die tollen Abschlüsse der Qualischüler im vergangenen Jahr – gerade in Unterwössen erzielten viele mit die besten Noten im ganzen Landkreis – zeugen von der funktionierenden Gemeinschaft, die in den Klassenzimmern wirkt.

Die Mittelschule in Unterwössen ist eine wie viele andere in der Region. Auch ihre Lehrer und Schüler leben keineswegs im Elfenbeinturm. Und so hat natürlich auch sie sich mit den Themen zu befassen, die die Schulen landauf, landab mittlerweile sehr bewegen: mit Aggressionen, die sich in Gewalt entladen, und mit Drogen, die auch Schüler zu erreichen drohen.

Wenn die Mittelschule Unterwössen nun einen Jugendsozialarbeiter mit ins gemeinsame Haus nimmt, dann ist dieser Schritt kein Akt kollektiver Verzweiflung, sondern vielmehr ein Bekenntnis, die neuen Herausforderung mit einer neuen, von außen kommenden Fachkraft meistern zu wollen. Unterwössen geht nun den Weg, den alle schon eingeschlagen haben: Als 25. und letzte Mittelschule im Landkreis Traunstein bekommt jetzt auch sie einen Jugendsozialarbeiter.

Es ist unangemessen und irreführend, die Mittelschule Unterwössen in das Zentrum der Diskussion zu rücken. Vielmehr muss man in den Fokus stellen, warum in der Gesellschaft die Gewaltbereitschaft unter jungen Leuten wächst, warum sie in den Konsum von Alkohol und Drogen flüchten. Mit den Schulen ist zu diskutieren – und nicht über sie.

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