Prien – Anrufsammeltaxen könnten in Zukunft junge Nachtschwärmer an ihr Ziel und wieder nach Hause bringen. Seit Monaten ist der Priener Jugendrat mit Vorsitzendem Leon Duvinage an der Spitze in Gesprächen mit jungen Unternehmern, die im österreichischen Graz das „IST-Mobil“ etabliert haben, ein Anrufsammeltaxi-System.
Vor einem Jahr musste der Nachtexpress Chiemgau, der zwischen Bad Endorf, Grassau und Aschau verkehrte und Anschluss zur Linie nach Traunstein hatte, eingestellt werden, weil zu wenig junge Leute mitfuhren. Die Nachtexpress-Linie hatte der damalige Priener Jugendrat maßgeblich initiiert.
Mit Hilfe von CSU-Landtagsabgeordnetem Klaus Stöttner und dem Verein „Nachtexpress Rosenheim“, der solche Angebote im Landkreis koordiniert und unterstützt, soll das IST-Mobil auch nach Südostoberbayern fahren – und nicht nur junge Leute, sondern tagsüber zum Beispiel auch insbesondere Senioren befördern. Vor diesem Hintergrund einer Verbesserung der Infrastruktur zeigte sich Priens Jugendreferentin Annette Resch sehr zuversichtlich, im Falle der Einführung des Modells Fördergelder aus dem Leader-Topf der Europäischen Union bewilligt zu bekommen. Sie verwies darauf, dass gerade Senioren in Prien zu bestimmten Zeiten Probleme hätten, von A nach B zu kommen.
Ende November werden Vertreter des österreichischen Anbieters nach Prien kommen zu Gesprächen mit Jugendräten, Jugend- und Seniorenbeauftragten und Bürgermeistern, kündigte Duvinage in der jüngsten Sitzung des Priener Jugendrats im Rathaus an. Dann wird es unter anderem auch um die Frage gehen, inwieweit die Kommunen bereit sind, den Betrieb solcher Anrufsammeltaxis in ähnlicher Weise finanziell zu unterstützten wie den der NachtexpressLinie. Die Gemeinden am westlichen Chiemseeufer mit Prien im Zentrum könnten bei einer erfolgreichen Umsetzung, mit der aber nicht vor 2019 zu rechnen ist, Modell stehen für die Ausweitung des IST-Mobil-Einzugsbereichs auf den Landkreis und darüber hinaus. db