Obst- und Gartenbauverein

Bunte Blumenwiesen statt kurzer Rasen

von Redaktion

Gartenfachberater Harald Lorenz gibt Tipps für den bienenfreundlichen Garten

Prien – Über die Wechselbeziehung von Bienen und Gärten referierte Harald Lorenz, Fachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege beim Landratsamt Rosenheim, bei der Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins im „Bayerischen Hof“. Wie wichtig die Bienen für den Kreislauf der Natur sind, zeigte er anhand von Zahlen auf. So würden 80 Prozent aller auf Insektenflug angewiesenen Nutzpflanzen von Bienen bestäubt. Die Erträge steigerten sich um das bis zu 40-fache gegenüber der Bestäubung durch Wind; die deutschlandweit 830000 Bienenvölker erwirtschafteten damit einen Wert in der Landwirtschaft von 500 Millionen Euro.

Entgegen der Entwicklung auf dem Land, wo Imker-Nachwuchs fehle, gebe es beispielsweise in München Wartelisten bei den Imker-Vereinen, so Lorenz. Zu Beginn des Bienenjahrs sei für die Insekten eiweißreiche Kost nötig, um die junge Brut aufzuziehen. Der Austrieb der Kätzchen von Haselnuss, Erle und Birke stelle dies sicher.

Es folge das Erblühen der Krokusse, Schneeglöckchen und Tulpen. Auch der Buchsbaum sei eine Bienenpflanze, wenn auch dessen Blüten so klein sind, dass sie kaum wahrgenommen würden. Ebenso würden sich die Bienen am Löwenzahn laben. Problematisch seien neue Sorten von Rosen, Pfingstrosen oder Sonnenblumen, bei denen die Staubgefäße zu Blütenblättern umgezüchtet worden seien. Sie seien zwar schön anzusehen, versorgten aber die Bienen nicht mehr mit Pollen, erklärte Lorenz.

Er appellierte, im Garten bienenfreundliche Sorten zu pflanzen. Statt eines kurzen grünen Rasens, den heutzutage immer mehr Rasenmähroboter fabrizieren, sollten bunte Blumenwiesen gedeihen, weil die Bienen ganzjährig Futter bräuchten.

An die Landwirtschaft plädierte der Fachmann, auf Feldern zwischenzeitlich artenreiche Aussaaten auszubringen. So könne sich auch der Boden erholen.

Treue Mitglieder

geehrt

Als Tipp für den bienenfreundlichen kleinen Garten nannte Lorenz Kräuter wie Thymian, Salbei, Schnittlauch und Lavendel. Alle Blumen des typischen Bauerngartens seien ebenso gut.

Abschließend gab er zu bedenken: „Ohne die Bienen gibt es weder Obst noch Saft. Wir leben in einem Land, in dem buchstäblich Milch und Honig fließt“. Dies gelte es, zu schützen.

Vorstand Felix Perl hatte eingangs an die Aktivitäten der vergangenen Monate erinnert, unter anderem an das Kripperl-Bauen mit Kindern im Rahmen des Ferienprogramms sowie die Kampenwand-Messe für die Gefallenen des Chiemgaus, für die der Verein heuer den Blumenschmuck arrangiert hatte.

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Margot Luzius, Maria Messerer, Hans Steinberger, Raimund Gmeiner, Elisabeth Grießl, Wilhem Grimm, Helmut Kropf, Monika Moritz, Peter Reisinger, Lisa Steinberger, Martin Tiefenbacher, Hartmut Wittwer und Heidi Wittwer geehrt. wp

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