Ruhpolding – Die Ergebnisse des Markenbildungsprozesses für den Tourismusort Ruhpolding und das Projekt „Naturerlebnis Traunauen“ stellten Tourismusdirektor Markus Stuckmann und sein Stellvertreter Herbert Ringsgwandl in der jüngsten Sitzung dem Gemeinderat vor. „Das Gefühl Heimat vermitteln“ kann dabei durchaus als Grundtenor Stuckmanns als wichtigstes Ziel im Hinblick auf den Tourismus gewertet werden.
Die „Tourismuszukunft – Realizing Progress GmbH“ sei für den Markenbildungsprozess zur Verfügung gestanden, erläuterte der Tourismuschef. Man wolle die Markenbildung nämlich „mit strategischen Eckpfeilern“ versehen. Bei einem Blick zurück war die Wertpositionierung Ruhpoldings von außerhalb von Stimulanz, Dominanz und Balance geprägt. Als Leitwert könne man Heimat mit Geborgenheit, Natur, Qualität und Sauberkeit sowie Flexibilität und Innovation ausmachen.
Hauptzielgruppe:
die bürgerliche Mitte
Man habe auch schon eine Vision, wohin die Reise gehen soll. Um das Urlaubserlebnis für die Gäste noch besser zu gestalten, seien mit der sogenannten „Customer Journey Methode“ alle entscheidenden Punkte analysiert worden. „Ruhpolding wird von uns und international als Spitzendestination wahrgenommen, die Gästen das Gefühl von authentischer Heimat vermittelt“, meinte Stuckmann und ergänzte: „Mit unserer starken Identität können und wollen wir aber nicht alle glücklich machen.“ Darum habe sich als Hauptzielgruppe die bürgerliche Mitte herauskristallisiert. „Wir sind auf einem guten Weg.“
Wie es weitergehen soll, soll die Analyse des Erlebniswertes von der Ankunft bis zur Abreise des Gastes bringen. „Ein sehr lehrreicher Prozess.“ So müsse sich nach Meinung Stuckmanns Ruhpolding zum Beispiel bei den Biathlonveranstaltungen noch besser präsentieren. Zudem soll die Analyse dazu dienen, „wie wir das in den nächsten drei Jahren angehen wollen“. Die Ergebnisse des Prozesses werden nun im Ort verarbeitet und das Verständnis geweckt, „was dahinter steckt“. Dieser Prozess werde aber noch einige Zeit dauern.
Mit dem „Naturerlebnis Traunauen“ soll laut Herbert Ringsgwandl ein weiterer interessanter Aspekt für den Tourismus geschaffen werden. Natur und Artenvielfalt an der „Weißen Traun“ entdecken sowie Erholen, Spielen und Lernen in der Natur sollen dabei im Fokus stehen.
Die rund zweieinhalb Kilometer lange Strecke entlang der Traun zwischen Egglbrücke und dem Bibelöder Steg soll damit eine Aufwertung des Naherholungsgebietes erfahren. Der Vorteil sei, dass die Gemeinde Grundeigentümer ist.
Das bestehende Wegenetz, für das keine Neuerschließungen notwendig wären, soll ganzjährig nutzbar sein und ist auch gut mit Kinderwagen und für ältere Leute begehbar. Bestehende Gegebenheiten, wie ein Imkerhaus oder der Spielplatz, könnten dann perfekt integriert werden.
Wie der Leiter der Tourist-Info weiter ausführte, sei damit auch ein interessantes Ausflugsziel mit interaktiver und erlebnispädagogischer Darstellung anvisiert. So könnten Schulklassen bei Wandertagen oder als lehrplanunterstützende Exkursion diesen Weg nutzen. Dafür seien einige Informationstafeln zu der dort bestehenden Flora und Fauna vorgesehen. Auch verschiedene Führungen seien angedacht.
Baubeginn
soll im Frühjahr sein
Tourismusdirektor Stuckmann ergänzte, dass die Weideberechtigten bereits informiert wurden und das Projekt „wohlwollend zur Kenntnis genommen haben“. Auch bei der naturschutzrechtlichen Beurteilung durch das Landratsamt gebe es keine Beanstandungen. Zur weiteren Vorgehensweise meinte der Tourismuschef, dass wenn die Bescheide da sind, im Frühjahr 2018 Baubeginn sein könnte.