Traunstein – Die sachkundige Beratergruppe mit Annemarie Bayerl aus Altenmarkt, Stefan Frühbeis vom Bayerischen Rundfunk, Roland Pongratz aus Regen, Prof. Peter Reitmeir aus Tirol, Anita Staltmeier-Gruber aus Schledorf, Dr. Elmar Walter München und Peter Windhofer aus St. Johann im Pongau musste sich eingehend beraten, ehe sie vier Gruppen mit dem Volksmusikpreis auszeichnete.
Die „Fellner Tanzlmusi“, sieben junge Dirndl und Buam aus Erlstätt, Vachendorf, Siegsdorf und Inzell, eröffnete den Festabend mit einem flotten Marsch, ihr schlossen sich die „Herzsolo-Gitarrenmusi“ aus Neu-beuern und die „Prealeiten Musi aus Prien am Chiemsee mit zwei Diatonischen und Basstrompete an. Moderatorin Traudi Siferlinger leitete sachkundig und unterhaltsam durch das Programm. Besonderen Applaus gab es für die jüngsten Teilnehmer, die „Zamperlmusi“ aus Ostermünchen, deren Mitglieder sich mit erst acht Jahren mit zwei Flöten und Tuba auf die Bühne trauten.
Der „Reischenharter Viergesang“ aus Raubling überzeugte trotz Ausfall der Bassstimme mit vollen Stimmen beim „Fahrn ma Hoam“, und die Geschwister Hundmayer beeindruckten trotz ihrer Jugend mit exaktem Spiel mit zwei Diatonischen und Harfenbegleitung.
Eine andere Klangfarbe lieferte Fabian-Tobias Bolbinski aus Metten mit seinen Solobeiträgen am Akkordeon und dem Couplet von „Adam und Eva“. Ebenfalls mit einem Couplet, aber auch mit dem feinen Herbstlied „Draußen im Wald is scho finsta“, erfreuten Katharina und Veronika Nutz aus Saaldorf, die sich mit Harfe und Querflöte dabei selber begleiteten. Josef Döpper aus Siegsdorf zeigte mit seinen Stücken auf der Diatonischen, wie vielfältig die Ausbildung in den heimischen Musikschulen funktioniert.
Senior erfüllt sich mit Teilnahme Traum
Und die Gruppe „Soatnweisblau“ aus Egmating bot Seitenmusik mit Geige, Hackbrett, Zither, Harfe und Kontrabass. Eine besonders regionale Klangfarbe lieferten die „Uttendorfer Sängerinnen“ aus Oberösterreich mit ihren speziellen Inviertler Landlern und Gstanzln, und Vater und Sohn Christian Hornsteiner aus Farchant bei Garmisch brachten mit Zaich und Gitarre beim „Vogelfrei-Landler“ frischen Schwung. Fein, aber exakt und einfühlsam, zeigten sich die beiden Burschen der „Setzberg Gitarrenmusi“ aus Wallgau am Tegernsee. Der fast 83-jährige Holzschnitzer Adolf Stegmaier aus Wurmannsquick erfüllte sich mit seiner Teilnahme einen Traum und erwarb sich mit flotten Fingern den Respekt der jungen Musikanten.
Den Abschluss jeder Runde übernahmen die letztjährigen Lindl-Gewinner, die Bernard-Dirndl, das Schindlberg Trio und die Uffinger Ziachmusi, die die wunderschön geschmückten Lindlfiguren wieder zurück nach Traunstein gebracht hatten.
Spannend machte es Traudi Siferlinger auch in der zweiten Runde, in der sie nach dem jeweiligen Auftritt die Auszeichnungen bekannt gab. Oberbürgermeister Christian Kegel durfte als Stadtoberhaupt die Lindl-Medaillen überreichen. Die „Fellner Tanzlmusi“ und die drei „Uttendorfer Sängerinnen“ aus dem Innviertel freuten sich mit lauten Juchzern sichtlich über ihren Erfolg, ebenso Vater und Sohn Christian Hornsteiner und die beiden Burschen der „Setzberg Gitarrenmusi“. Traudi Siferlinger holte sich dann noch den 88-jährigen Sigi Ramstötter aus Teisendorf auf die Bühne, und zusammen mit den begeisterten Besuchern beschlossen die beiden einen eindrucksvollen Jubiläumsfestabend mit einem gemeinsamen Jodler.