Reit im Winkl – Georg Beilhack ist in seiner Heimatgemeinde vor allem für den Aufbau und die Betreuung des Sakralmuseums auf dem Speicher der Pfarrkirche bekannt. Auch an seinem 80. Geburtstag erhielt er für dieses Lebenswerk viel Lob.
Beruflich war Beilhack zunächst in München Zimmerermeister, als dann 1976 der nebenberufliche Mesner starb, wurde die Stelle als hauptberufliche Tätigkeit ausgeschrieben. Beilhack bewarb sich, zog wieder nach Reit im Winkl und war von 1977 bis 2001 Mesner der Pfarrei St. Pankratius.
Seinen Gratulanten am Festtag erzählte der Jubilar gerne, wie er 1989 mit Freunden den Kirchenspeicherboden und die Balken des Dachstuhls reinigte, das Gehäuse der Turmuhr von Staub befreite, die Kreuzwegstationen mit Zahnbürsten und Pinsel reinigte, „so gut es halt ging“. Zum Vorschein kamen vergoldete Kerzenleuchter und Altarteile vom früheren Hochaltar vor der Umgestaltung des Innenraums 1962. Votivtafeln, die Leichnam-Jesu-Figur und viele kleine Gegenstände, die in Schachteln und Schränken lagerten, wurden in alte Sakristeischränke einsortiert. Zum Teil 100 Jahre alte, goldbestickte Messgewänder, Heiligenfiguren, Karfreitagsratschen und die alten Kreuzwegstationen aus Holz kamen dazu. Das Heilige Grab aus dem späten 18. Jahrhundert mit den bunten Kugeln wurde aufgestellt. So entstand durch viel Handarbeit, Aufwand und Liebe das Sakralmuseum, das 1991 eröffnet wurde und heute über 300 Exponate beinhaltet.
Zehn Jahre lang hat Georg Beilhack in der Adventszeit Schulen besucht und im Religionsunterricht mit Schülern und Lehrern Krippen gebastelt, von denen einige Teil der Ausstellung sind. Viel bewundert wird auch die von ihm angefertigte Heimatkrippe mit Schindeldach, Figuren in heimischer Tracht und als Hintergrund der Reit im Winkler Kulisse mit Unterberg und Kaisergebirge.
Das Sakralmuseum ist Beilhacks Herzensangelegenheit. Die Führungen leben von seinen Erzählungen. Die Einträge im Gästebuch zeugen von begeisterten Besuchern. In einem Jahr kommen über 1000 Besucher, und immer häufiger fragen auch Busgruppen an. Beträchtlich sind auch die freiwilligen Spenden der Besucher.
Beilhack leitet auch die allgemeinen Kirchenführungen und betreut seit 1986 mit seiner Frau Helga die Jahreskrippe in der Kirche. „Mein Wunsch ist es, dass ich mit meinen Helfern noch einige Zeit – so Gott will – weiter Führungen halten kann“, hofft der Jubilar. sh