Prien – Eine Untersuchung, die der Landkreis Rosenheim als Träger des Priener Gymnasiums in Auftrag gegeben hatte, hatte ergeben, dass eine Sanierung des alten Gebäudes 2,2 Millionen Euro kosten würde. Der Neubau kostet voraussichtlich eine Million mehr. Der Kreistag hatte angesichts dieser Zahlen für einen Neubau gestimmt, der unter anderem Vorteile hinsichtlich des räumlichen Zuschnitts von Fachräumen hat.
Die energetische Anpassung an heutige Standards in Haus 2 und 3 kommt nach Angaben der Behörde planmäßig voran und soll bis April 2018 abgeschlossen werden, bestätigte Michael Fischer, Pressesprecher im Landratsamt Rosenheim, auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung den Zeitplan. Dann können 21 Klassen, die jetzt im dreistöckigen Containerkomplex zwischen Turnhalle und König Ludwig Saal Unterricht haben, wieder zurück in die sanierten Gebäude mit modernen Klassenzimmern. Böden, Tafeln, Heizkörper, Türen und einiges mehr werden erneuert. Herzstück der technischen Ausstattung sind interaktive Tafeln („Whiteboards“), die sowohl als Projektionsfläche für Beamer-Bilder genutzt als auch mit speziellen Stiften beschrieben werden können. Am Ende einer Stunde kann der Lehrer das entstandene Bild am PC speichern. In der nächsten Stunde kann an dieser Stelle weitergelernt werden.
Probleme bei der Sanierung der alten Decken hatten nach Angaben der Rosenheimer Behörde zu Verzögerungen im Zeitplan geführt. Ursprünglich war einmal die Fertigstellung zum Jahreswechsel angestrebt worden. Die Fassaden des mittleren und des östlichen Trakts waren schon in den Sommerferien 2015 und 2016 renoviert worden. Insbesondere waren alle Fenster ausgetauscht worden. Dieser erste Bauabschnitt hatte 1,7 Millionen Euro gekostet, der derzeit laufende ist mit 4,1 Millionen veranschlagt.
Im Mai 2018 soll Fischer zufolge mit dem Abriss des alten Hauses 1 begonnen werden. Wenn alles planmäßig läuft, soll der Neubau zum Beginn des Schuljahres im September 2019 bezogen werden können.
Die Heizzentrale des LTG wird nicht saniert. Es wird nach Angaben des Landratsamtes ein Anschluss vorbereitet, um sie mit einer neuen Energiezentrale verbinden zu können, die im Rahmen des geplanten Neubaus einer Sporthalle verwirklicht werden soll. Einen endgültigen Termin für diesen Bau gibt es noch nicht.
Landkreis kauft das Bogenbergerhaus
Wie die Redaktion zudem erfuhr, hat der Landkreis kürzlich auch das sogenannte Bogenbergerhaus gekauft. Das Gebäude unmittelbar neben dem östlichen Trakt des Gymnasiums an der Seestraße war bisher in Privatbesitz.
Es war „ein Angebot, das man sich nicht entgehen lassen kann“, bestätigte Fischer, der zum Kaufpreis aber keine Angaben machen durfte. Für das Bogenbergerhaus gebe es aktuell keine konkreten Pläne, es diene der „Vorratshaltung“ für eine mögliche Weiterentwicklung der Schule.