Unterwössen – Wie entwickelte sich das Bauerndorf Oberwössen über die Jahrhunderte? Welche Richtung nahm das Geschehen in der politisch selbstständigen Gemeinde Oberwössen bis 1972? Und stimmt es, dass sich die Oberwössner in ihrem Freibad am aufgestauten Masererbach die Sommermonate verschönerten? Fragen wie diese beantworten Bernhard Greimel und Stefan Entfellner in ihrem neuen Buch „Haus- und Hofgeschichten von Oberwössen“. Sie stellen es am Freitag, 24. November, ab 19 Uhr, im Schulhaus Oberwössen vor.
Der 500 Seiten starke Band beinhaltet ein Haus- und Hofverzeichnis und wirft einen Blick in die Historie. Das Buch erzählt die Geschichte der Ortsteile mit dem Oberwössner Vorderdorf, Hinterwössen, Brem sowie Achberg und Wagrein – ebenfalls Teile der Gemeinde Oberwössen, ehe die zu Schleching fielen. Die Oberwössner und Hinterwössner Hausgeschichten blicken in die Familien und das Leben im damaligen Ort. Sie zeigen die Gebäude, das Kommen und Gehen der Eigentümer. Die Autoren berichten vom politischen Leben und wie durch Heirat Familienbande aus der ganzen Region nach Oberwössen geknüpft wurden.
Eigentlich startete das Projekt mit einer Nachforschung vor über 25 Jahren. Der Unterwössner Bernhard Greimel forschte nach den eigenen Ahnen, den Wurzeln seiner Oberwössner Mutter. Weil sich die Verwandtschaft in dem kleinen, früher selbstständigen Bauerndorf vielfältig überlagerte, war schnell klar: Ohne den Blick auf das ganze Dorf zu richten, war dieses Knäuel nicht zu entwirren.
Quelle für Quelle erschlossen sich langsam, Menschen, die wertvolle Vorarbeit geleistet hatten, kamen ins Spiel. Stefan Entfellner, Oberwössner mit profunden Kenntnissen der Dorfgeschichte, wurde zum Mitautor. Steuerunterlagen erzählten aus den frühen Jahren ab 1420, Kirchenbücher und Lehenbücher brachten Facetten ans Licht. Senioren berichteten aus eigenem und übertragenem Wissen, Fachleute halfen, alles in einen Zusammenhang zu stellen.
In der täglichen Arbeit eines solchen Dorfes sind die geschichtlichen Grundlagen dünn gesät. Schnell ist vieles vergessen. Die Autoren und ihre Mitstreiter zielen darauf, die Geschichte lebendig zu erhalten, das Vergessen zu verhindern und Familiengeschichten zu erzählen.
Ihre Arbeit haben sie ehrenamtlich geleistet. Doch die Kosten für Zusammenstellung, Satz, Korrektur, Druck und Bindung sind erheblich. Da die Gemeinde einen großen Anteil trägt und Spender gefunden wurden, kann das Buch zu einem vernünftigen Preis verkauft werden. Es ist bei der Buchvorstellung im Schulhaus und in den Touristinfos Unter- und Oberwössen zu erwerben.lfl