Staudach-Egerndach – „Wir schrumpfen“, stellte Bürgermeister Hans Pertl in der Bürgerversammlung im Gasthof „Zum Ott“ fest – und das, obwohl die Zahl der Geburten von acht auf 15 gestiegen ist. 14 Buben, aber nur ein Mädchen wurden heuer im Gemeindegebiet geboren. Derzeit habe die Gemeinde 1149 Bürger.
Die Rücklagen von 916 Euro pro Kopf – insgesamt über 1,1 Millionen Euro – überträfen den Schuldenstand von knapp 50000 Euro – 41 Euro pro Kopf – bei Weitem. Trotz hoher Ausgaben und Investitionen wurden die Schulden weiter reduziert. Der Verwaltungshaushalt habe sich mit 1,86 Millionen Euro im Vergleich zu 2016 mit 1,84 nur geringfügig erhöht. Im Vermögenshaushalt wurden 887000 Euro festgeschrieben. In etwa gleich blieben die Einnahmen der Grundsteuern A und B mit 99000 Euro. Einnahmen aus dem kommunalen Finanzausgleich sanken um über 22000 Euro auf 386000 Euro. Dafür stieg die Einkommenssteuerbeteiligung um 36000 Euro auf 527000 Euro. Auch die Gewerbesteuereinnahme stieg um 81000 Euro auf 260000 Euro. Kaum Änderungen gab es für Wasser und Abwasser.
An Ausgaben musste die Gemeinde eine Kreisumlage von einer halben Million finanzieren und eine um knapp 18000 Euro höhere Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft mit Marquartstein (auf 180000 Euro) schultern. Der Grund, so Pertl, seien das neue EDV-Verfahren und ein Personalwechsel. Dennoch werde in der Verwaltung kostengünstig und effektiv gearbeitet, betonte er.
„Wir sind froh, eine Grundschule im Dorf zu haben“, erklärte der Bürgermeister – und das werde auch so bleiben. Die Musikschule im Untergeschoss der Schule werde derzeit von 65 Schülern besucht. Die neu gegründete Musikkapelle finde sehr guten Zuspruch. Ob die Kapelle aber im kommenden Jahr bei der Fahnenweihe auftreten kann, weiß Pertl noch nicht. „Zum Spielen müssen wir auch noch das Marschieren lernen“, meinte er.
Der Umbau des Kindergartens sei fast abgeschlossen und habe bisher 188000 Euro gekostet. Durch eine Gelände-Abtragung sei das „Kellerdasein“ beendet, und der Kindergarten könne ebenerdig betreten werden. Neue Terrassentüren sorgen für viel Licht. Pertl informierte zudem über die Arbeiten im Außenbereich, wo ein Atrium und ein großer Spielbereich entstehen. Auf der neu angelegten Wiese könne aber erst ab Mai gespielt werden.
Neben Kindergarten gehörte auch der Breitbandausbau zu den besonderen Projekten des Jahres. 283000 Euro werde diese mit 80 Prozent geförderte Maßnahme kosten. Leider habe es Probleme bei der Ausführung gegeben, so dass die polnische Firma durch eine österreichische ersetzt wurde. Mit der Inbetriebnahme des Breitbandnetzes sei erst im August 2018 zu rechnen.
Im Bereich des Straßenbaus wurde mit der Sanierung von Wanger Straße und Angerweg begonnen. Die Restarbeiten folgen im Frühjahr. Für die Straße nach Hub wurde eine Planung beauftragt, 2018 sollen die Arbeiten beginnen – sofern man sich mit den Anliegern einigt. Für den Battistiweg werde zunächst nur eine Planung gemacht. Die Entscheidung über den Ausbau folge erst nach Vorlage der Daten und Zahlen.
Für die Neugestaltung des Moorrundwegs wurden 54000 Euro angesetzt. Hierzu informierte Gemeinderatsmitglied Peter Schwarz, dass im November 2016 auf Initiative von Zweiter Bürgermeisterin Martina Gaukler eine Besichtigung des Moorrundweges stattfnd. Es folgten eine Bestandsaufnahme und eine Ideensammlung. Aus den insgesamt 35 Ideen wurden zehn Vorschläge dem Gemeinderat unterbreitet.
Moorrundweg:
Eröffnung am 1. Mai
Bislang, so Schwarz, wurden der überdachte Freisitz, das Hexenhäuschen und ein großes Insektenhotel umgesetzt (wir berichteten). In Arbeit seien die Infotafeln. 3300 Euro wurden für das Vorhaben bisher gespendet, weitere 2000 Euro seien angekündigt. Die Eröffnung sei für 1. Mai geplant.
Pertl ging zudem auf die Feuerwehr ein. Er freue sich, dass zwei neue junge Kommandanten die Aktiven leiten und auch der Feuerwehrverein wieder eine Vorstandschaft habe. Zur Wasserversorgung erklärte er, dass alle 15000 Kubikmeter Entnahme das Wasser untersucht werde, und die Proben zu 100 Prozent einwandfrei seien. Dennoch werde das Wasser mit einer UV-Anlage weiterhin entkeimt.
Im Tourismus wolle die Gemeinde mit dem Kommunalunternehmen „Achental Tourismus“ zusammen mit Unterwössen, Schleching und Marquartstein ab dem nächsten Jahr einen neuen Weg einschlagen. Der gemeinsame Internetauftritt sei bereits entwickelt. In der vergangenen Saison gab es bei den Gästezahlen ein Plus von 1,8 Prozent (4985), bei den Übernachtungen ein Plus von 4,8 Prozent (20266).