Bauarbeiten zwischen bernau und Übersee

Neue Oberleitung für die Eisenbahn

von Redaktion

DB Netz AG beendet Projekt wie geplant Anfang Dezember – Investitionen: 3,5 Millionen Euro

Bernau/Übersee – Die Erneuerung der Oberleitung auf der Bahnstrecke zwischen Bernau und Übersee geht zu Ende. Über ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten biegt die DB Netz AG in diesen Tagen auf die Zielgerade ein. Projektleiterin Stephanie Mittendorfer hat gestern im Rahmen einer Baustellenbesichtigung in Übersee versichert, dass die neue Oberleitung wie geplant am 3. Dezember in Betrieb gehe. Die Investitionen betragen ihren Angaben zufolge 3,52 Millionen Euro.

Oberleitung

aus den 20er Jahren

1857 fuhr der erste Zug von München nach Rosenheim, 1860 folgte die Jungfernfahrt von Rosenheim nach Salzburg. Dampfloks bahnten sich im 19. Jahrhundert ihren Weg von München nach Salzburg. 1927 bis 1929 erfolgte dann die Elektrifizierung der Strecke.

Mit den Jahren und Jahrzehnten veraltete die Technik. Die Masten, die die Oberleitung trugen, waren nicht verzinkt, der Korrosion waren damit Tür und Tor geöffnet – Rost machte sich breit auf den Pfeilern. Auch deren Fundamente waren, vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, nicht das Gelbe vom Ei. Ebenso waren Masten zu eng an die Gleise und an danebenliegende Straßen gesetzt.

Mit der Zeit ergab sich dringender Handlungsbedarf – und die Deutsche Bahn (DB) ging schließlich an ein großes Projekt: an die Rundumerneuerung der Oberleitung. In einigen Bereichen hat die DB Netz AG, die der Mutterkonzern mit dieser Aufgabe betraut hat, das Werk bereits vollbracht. Und bald kommt nun ein Abschnitt hinzu, der dann ebenso über die neuen Masten und die neue Leitung verfügt: die Strecke von Kilometer 32,1 bis 36,8.

Dass die Deutsche Bahn in diesem Bereich zwischen Bernau und Übersee die Oberleitung erneuert, haben in der Vergangenheit viele Fahrgäste – oft verbunden mit leidvollen Erfahrungen – bemerkt. Weil der Verkehr auf den Gleisen während der Bauphasen nur ein- und damit nicht mehr zweigleisig möglich war, verspäteten sich manche Züge, andere fuhren gar nicht mehr, die Fahrgäste mussten in Busse umsteigen.

Die Erneuerung der Oberleitung im 4,7 Kilometer langen Bereich zwischen Bernau und Übersee erfolgte in drei Bauphasen. Von Mitte September bis Anfang November vorigen Jahres hatte die DB Netz AG die Fundamente der 139 neuen Masten und 16 sogenannten Rückanker – zusätzliche Verspannungen für besonders beanspruchte Masten – gesetzt. Von Ende Februar bis Mitte März dieses Jahres stellte sie dann von Übersee in Richtung Bernau die neuen Stahlmasten auf, montierte und verspannte das Tragseil und den Fahrdraht, die das Leitungssystem tragen beziehungsweise die Lok mit Strom versorgen, mithilfe eines sogenannten Motor-Turm-Wagens. Und Anfang November begannen nun die gleichen Arbeiten in der Gegenrichtung von Bernau nach Übersee. Diese dritte und letzte Bauphase geht jetzt zu Ende. Anfang Dezember spannen die Arbeiter den letzten Meter Draht – und dann gehen die Arbeiten, wie Projektleiterin Mittendorfer versicherte, wie geplant zu Ende.

139 Masten

und 16 Rückanker

3,52 Millionen Euro gibt die Bahn aus, um die Oberleitung in diesem Streckenabschnitt zwischen Bernau und Übersee zu erneuern. Neben den 139 Masten und 16 Rückankern verspannt sie auch 12650 Meter Tragseil und Fahrdraht. Die DB Netz AG hat die Bauarbeiten vergeben. Die österreichische Firma Europten steht in Diensten der Deutschen Bahn, die Niederlassung in Berlin, die die Österreicher in der deutschen Hauptstadt unterhalten, hat die Arbeiter in den Chiemgau abgestellt.

Die neuen Masten ragen schon längst an den Gleisen in die Höhe. Zum Teil stehen sie nur auf einem Bein, weil auf der anderen Seite der Schienen, bedingt durch eine Straße, kein Platz für eine zweite Verankerung gegeben war. Die neue Oberleitung wächst und wächst – Reste der alten sind noch zu beseitigen. So müssen zum Beispiel auch noch viel alte Masten entfernt werden, die die Oberleitung aus den 20er- Jahren getragen haben – und die nun ein für alle Male ausgedient haben.

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