Grabenstätt – „Wir haben das im Haushaltsplan drin und werden hoffentlich die entsprechenden Zuschüsse bekommen und das Ganze 2018 über die Bühne bringen“, beantworte der Rathauschef eine Anfrage von Kurt Luft zur Bushaltestelle an der Staatsstraße in Hirschau. Luft hatte darauf hingewiesen, dass die Haltestelle in einem „nicht bedarfsgerechten Zustand“ sei und der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee die Erneuerung mittragen würde, die Förderung dafür aber in ein paar Wochen auslaufe. Dem widersprach Schützinger, die Förderung laufe noch bis Ende 2018.
Die Lage der Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite sei ihm schleierhaft und eine Querung der Staatsstraße nicht nur hier sehr gefährlich, so Norbert Lohwieser. Mit der Umsetzung der geplanten Buswendeschleife werde sich das Thema erledigt haben, so Schützinger. Auch den Vorschlag, die neue Bushaltestelle zu beleuchten, werde man aufnehmen. Gerald Schenk bedankte sich für die verbesserte Straßenbeleuchtung im Ortsteil Marwang.
Straßenquerung lebensgefährlich
Lebensgefährlich für querende Fußgänger sei es auch zwischen der Grabenstätter Pfarrkirche und dem Pfarrzentrum beziehungsweise am Kriegerdenkmal, mahnte Lohwieser an. Dort werde zu schnell gefahren, und die Beleuchtung lasse zu wünschen übrig.
Man kämpfe dort weiter für eine Fußgängerampel, so Schützinger. Ein Gutachten sei allerdings zu dem Schluss gekommen, dass es dort „faktisch keine Chance für eine Ampel“ gebe. Der Gemeinderat habe sich für die Ampel ausgesprochen, und in absehbarer Zeit werde die zuständige Verkehrsbehörde eine Entscheidung fällen.
Mehrere Bürger forderten eine Entschärfung und Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Grabenstätter Umgehungsstraße – insbesondere im Einmündungsbereich der Kreisstraße in die Staatstraße am nordwestlichen Ortsrand. Es sei nicht nachvollziehbar, dass man den immer wieder geforderten Kreisverkehr nicht schon vor zehn, 15 Jahren gebaut habe, ärgerte sich Michael Geisreiter. Die Problematik wurde immer wieder bei den Verkehrsschauen angesprochen und für diesen Bereich auch eine 80er-Zone beantragt, leider ohne Erfolg, bedauerte Schützinger. Der Umbau sei nur möglich, wenn die Kreuzung aus Sicht der Polizei einen Unfallschwerpunkt darstellt.
Schon ein Überholverbot könne dort Leben retten, meinte Sepp Austermayer – er habe an dieser Stelle schon selbst eine lebensgefährliche Situation erlebt. Neubürger Thomas Seibold kritisierte, dass auf der Chieminger Straße zwischen dem „Chiemseebräu“ und der Ortsmitte häufig deutlich schneller als die erlaubten 50 km/h gefahren werde – eine Gefahr auch für die Kinder. Dass er insbesondere Bauern mit ihren Traktoren als Übeltäter ausgemacht hatte, kam im Saal nicht gut an.
Zudem appellierte Seibold, dass die in die Jahre gekommene gemeindliche Homepage dringend auf Vordermann gebracht werden müsse – auch aus Sicht des Tourismus. „Die entsprechenden Mittel für die neue Homepage sind im Haushalt für 2018 drin“, versicherte Schützinger. Man sei guter Dinge, das 2018 hinzukriegen, so Geschäftsleiter Peter Lex. Von einem flächendeckenden freien WLAN im ganzen Dorf halte er aber nichts, weil man dafür ein Netz kostspieliger Hotspots aufbauen müsste. Mit ihren Smartphones könnten die Bürger und Touristen auch auf anderem Wege überall und zu jeder Zeit online gehen. An der gemeindlichen Tourist-Information gebe es zudem bereits seit zwei Jahren öffentliches WLAN.
Auf die Frage, warum am Tüttensee arabische Schilder angebracht wurden und ob das überhaupt rechtmäßig sei, antwortete Schützinger: „Wir haben die anbringen lassen, weil die Flüchtlinge ein anderes Verständnis vom Wasser haben und es andernorts bereits tödliche Unfälle gegeben hat“.
Tüttensee und im Moos: Leinenpflicht
Einig war man sich, dass Hunde insbesondere am Tüttensee und im Grabenstätter Moos angeleint werden müssen. Sepp Austermayer machte sich dafür stark, den Jugendtreff mit öffentlichen Mitteln zu renovieren und die Ausstattung bei Bedarf zu ergänzen. Wenn es notwendig ist, würde dies auch sicher so erfolgen, so Schützinger. „Ich denke, es schaut in der Gemeinde ganz gut aus. Es ist halt kein Wunschkonzert, sondern es muss alles sauber erarbeitet und gut gemacht werden“, bilanzierte Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer. „Wir bemühen uns alle, dass es gut funktioniert und dass es für die Gemeinde gut weitergeht“, fügte Bürgermeister Schützinger an.