Unterwössen – Traditionell schließt der Krieger- und Soldatenverein Wössen an das Gedenken zum Volkstrauertag am Kriegerdenkmal seine Jahreshauptversammlung an. Dazu trafen die Mitglieder, aber auch die Volkstrauertagsabordnungen der Ortsvereine ein letztes Mal in der Gaststätte „Zum Kamin“ zusammen. Das Restaurant wird für den Hallenbad-Umbau aufgelöst und kommt nicht wieder.
Gründung 1871: Ältester Verein
im Ort bleibt erhalten
Alle sahen in den anstehenden Neuwahlen zur Vorstandschaft die Herausforderung, hatte doch schon vor einem Jahr Vorsitzender Plenk vor der Altersstruktur im Verein gewarnt. Er mahnte damals an, sich über die Neuwahlen Gedanken zu machen, um den ältesten Unterwössner Verein – 1871 gegründet – zu erhalten. Auch Bürgermeister Ludwig Entfellner hatte vor einem Jahr aufgerufen und vereinsübergreifende Gespräche angekündigt.
„Wir sind nicht wirklich weitergekommen“, sagte er, als er als Wahlleiter das Wort ergriff. Er und der Gebirgsschützenhauptmann Georg Haslberger mit seiner Wortmeldung waren sich einig: Solange noch Kriegsteilnehmer Mitglied im Verein sind, verlange der Respekt vor ihnen, den Verein am Leben zu halten.
Als letzten Stand der Gespräche erklärte der Bürgermeister: „Der Lenz (Lorenz Plenk) würde es – fit wie er ist – weiter tragen können.“ Nach der Aussage ging es dann schnell. Prompt kam für die Wahl des Vorstandes der Vorschlag „Wiederwahl“. Und direkt im Anschluss an den einstimmigen Wahlgang gab es für Plenk einen grandiosen Applaus, auch getragen von der Erleichterung aller.
Weiter hatten die Gespräche ergeben, dass der Oberleutnant und Zweite Vorsitzende der Gebirgsschützen Ivo Oberauer auch dieses Amt im Krieger- und Soldatenverein übernimmt und so auf Hermann Minisini folgt. Schriftführung und die Kasse mit ihren wenigen Bewegungen leistet die Vorstandschaft mit. Fahnenträger stellen die Ortsvereine. Die Mitglieder wählten Hermann Minisini, Hans Haslreiter und Hans Weber als Beisitzer. Alle Wahlgänge brachten einstimmige Ergebnisse – und Vorstand Lenz Plenk freute sich sichtlich, dass der Bestand des Vereins so gesichert ist.
Wie gedenkt man
am Volkstrauertag
der Gefallenen?
Spannend wurde es dann ein weiteres Mal mit einer lebhaften Diskussion. Besonders die Musikkapelle Wössen und die Gebirgsschützenkompanie Wössen sind mit der Musikbegleitung und dem Kanonen- und Gewehrsalut tragende Bestandteile der Volkstrauertagveranstaltungen an den Kriegerdenkmälern in Ober- und Unterwössen. Mit der wachsenden Zahl an Terminen für diese Vereine und der schwindenden Beteiligung der Bevölkerung ist die Frage aufgekommen, ob es der Gedenkstunde in beiden Ortsteilen bedarf.
„Die Gemeinde und die Kirche mischen sich in eine Entscheidung nicht ein“, so der Bürgermeister. Lenz Plenk sprach sich dafür aus, den Volkstrauertag im jährlichen Wechsel in Ober- und Unterwössen zu begehen. Die Gegenmeinung vertrat Johannes Weber. Er brach eine Lanze für Veranstaltungen in Ober- und in Unterwössen in jedem Jahr. Er fürchtet, dass ein Volkstrauertag in nur einem Ortsteil nur dessen Bewohner anspricht. „Es werden bei der Zusammenlegung nicht mehr Besucher“, sieht er. Zwischen diesen beiden Varianten wurde lebhaft diskutiert. Dabei blieb ein dritter Vorschlag, den Volkstrauertag jährlich allein in Unterwössen zu begehen, eine Einzelmeinung.
Am Ende folgte die Versammlung der Meinung von Hermann Minisini. „Es steht dem Krieger- und Soldatenverein nicht zu, diese Frage allein zu entscheiden.“ Die zukünftige Planung sollten die Vorstandschaften der Ortsvereine untereinander regeln.