Grabenstätt – Finanziell sei man nicht zuletzt durch Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 4,5 Millionen Euro (brutto) gut aufgestellt. Seit 2006 ist die Gemeinde schuldenfrei. Hinsichtlich der Erweiterung des Gewerbegebietes Oberwinkel (Firma Serva) seien „weitere Klärungen notwendig“, betonte er mit Blick auf die „notwendigen Ausgleichsflächen“. Im Rahmen des Bebauungsplans „Erlstätter Straße“ zur Ausweisung eines Wohngebiets gelte es, die Vergabekriterien zu überarbeiten.
Eine der wichtigsten Tiefbaumaßnahmen sei die im Vorjahr abgeschlossene 1,6 Millionen Euro teure Gemeindeverbindungsstraße Grabenstätt-Bergen. Das Bankett entlang der Straße Richtung Mühlbach/Tüttensee sei heuer auf einer Länge von 500 Metern mit Gittersteinen befestigt worden – Baukosten 36000 Euro. Bei dem vor einem Jahr abgeschlossenen Vollausbau der Högelbergstraße in Erlstätt blieben die Baukosten in Höhe von 160000 Euro deutlich unter der Kostenschätzung von 200 000 Euro. Da es sich um eine Erschließungsmaßnahme handle, würden 90 Prozent auf die Anlieger umgelegt.
Im Rahmen der Städtebauförderung/Ortskernsanierung wurde der Ausbau der Entermühlstraße abgeschlossen. Die Gestaltung des benachbarten Mühlbachgrundstücks (Generationen- und Begegnungsplatz) sei für 2018 vorgesehen. Man gehe davon aus, dass auch die Mühlbachbrücke (Hochwasserschutz) in der Förderung unterzubringen, so Schützinger. Die Austraße und Schlossstraße Nord seien für 2020 bis 2021 geplant.
Erlstätter Schulhaus: Infoabend geplant
Bezüglich der Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden alten Erlstätter Schule seien die Voruntersuchungen die Grundlage für die künftige Gebäudenutzung. Der Arbeitskreis hatte bereits vier Treffen – „wir sind auf einem guten Weg“, so Schützinger. Allerdings hätten die Detailuntersuchungen zu Statik und Brandschutz gewisse Grenzen aufgezeigt. Die enge Kooperation mit der Regierung von Oberbayern und dem Denkmalamt sei wichtig. Im ersten Quartal 2018 sei eine Infoveranstaltung zur Zukunft des alten Erlstätter Schulhauses und anderen Einzelmaßnahmen in Erlstätt geben, so Schützinger.
Die 180000 Euro teure Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik habe in Grabenstätt bereits begonnen.
Der Abschluss der Breitbandausbau-Tiefbaumaßnahmen sei bis Ende des Jahres vorgesehen, und die Inbetriebnahme der neuen Infrastruktur durch die Telekom erfolge voraussichtlich im Laufe des ersten Quartals 2018. Der gemeindliche Eigenanteil an der Gesamtinvestition von 828756 Euro betrage nach Abzug der 80-Prozent-Förderung durch den Freistaat noch 107034 Euro. Im Rahmen der Bayerischen Breitbandförderung sei man noch in ein zweites Verfahren eingestiegen, um die Versorgung mit schnellem Internet flächendeckend sicherzustellen.
Für die Elektromobilität seien weitere Ladestellen sowie die Förderung eines Carsharing-Projektes geplant. Eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft sei der Hochwasserschutz. Die Ausschreibungsunterlagen lägen derzeit zur abschließenden Abstimmung beim Wasserwirtschaftsamt.
200 Plätze für die Kinderbetreuung
Was die seit vier Jahren diskutierte Trinkwasserqualität in Marwang, Hirschau, Hagenau, Obereggerhausen, Oberhochstätt und Unterhochstätt anbelangt, liege der Nitratwert seit Aufnahme des Mischbetriebs im Mai 2015 bei durchschnittlich 16 bis 17 Milligramm pro Liter – kein Grund zur Sorge, so Schützinger. Nach einer weiteren Klärung mit dem Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt gebe es in Sachen Schutzgebietsausweisung für den Brunnen „Eggerhauser Holz“ bald eine Beteiligung der Landwirte und Eigentümer. Nach der anschließenden Anerkennung des Schutzgebietsvorschlages im Gemeinderat werde das förmliche Verfahren beim Landratsamt eingeleitet.
Ein Sonderlob gab es für die rund 15 Helfer im Helferkreis Asyl. 45 Flüchtlinge seien derzeit im Ort untergebracht. Baubeginn zur Erweiterung des Gemeindekindergartens um eine weitere Gruppe sei im Frühjahr. Aktuell sei die Übergangsgruppe in einem mobilen Gruppenraum untergebracht. Die neuen Räumlichkeiten im Pfarrkindergarten in Grabenstätt seien bereits im Mai eingeweiht worden, so dass man nun in der Gemeinde fast 200 Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung stehen.
Zahlreiche Einsätze hätten wieder gezeigt, so Schützinger, wie wichtig die gute Ausstattung der Feuerwehr ist. Kulturelle Höhepunkte des Jahres waren die Festwoche zum 125-Jährigen der Musikkapelle samt 50. Bezirksmusikfest, das Jubiläumsfest „50 Jahre Freundschaft Grabenstätt-Meckenheim“ und die Uraufführung der „Bayerischen Zauberflöte“ der Grundschule. Der Bürgermeister lobte alle Vereine, die das Gemeindeleben mit ihren Aktivitäten bereichern.
Ein Glücksfall sei es, dass sich die Theater-Strickerei bereits im ersten Jahr so gut entwickelt habe. Schützinger gratulierte zudem den frisch gebackenen „Traunsteiner Lindl“-Gewinnern Jonas und Niklas Wirnshofer aus Erlstätt aus von der Fellner Tanzlmusi. 2018 gebe es seit langem wieder eine Faschingshochzeit der Erlstätter Ortsvereine und auch das 500-jährige Bestehen der Bruderschaft werde gefeiert.