Vom Friedhof

von Redaktion

Prien – Im Alter von 91 Jahren ist der Gärtnermeister Josef Reichvilser verstorben. Überaus groß war die Trauergemeinde, die dem beliebten Mitbürger das letzte Geleit gab.

Zu Beginn des Requiems in der Pfarrkirche erinnerte Pfarrer Klaus Hofstetter an das reiche und gute Leben von Josef Reichvilser, der als zweites von drei Kindern eine Lehre im elterlichen Gärtnereibetrieb begann. Nach dem Kriegsdienst und nach der Gefangenschaft übernahm er mit seinem Vater die Priener Gärtnerei in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pfarrhof. 1954 erwarb sich Reichvilser den Meistertitel. Etwa 15 Lehrlinge führte er hernach an die Fachkenntnisse für gärtnerische Aufgaben heran. Aus der Ehe mit seiner Frau Irmgard gingen drei Kinder und fünf Enkel hervor, denen Josef Reichvilser ein liebevoller Vater und Opa war.

Wie Pfarrer Hofstetter weiter ausführte, brachte sich der Verstorbene vielfach im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben ein. Von der katholischen Jugend bis zum jahrzehntelangen Nikolausdienst habe sich Reichvilser vielfache Verdienste erworben. Darüber hinaus war er auch Mitglied der Kirchenverwaltung, und bis zum Vorjahr hatte er immer den Adventskranz für die Pfarrkirche gestiftet.

Pfarrer Hofstetter ergänzte: „Über die Zeit der Gärtnerei-Schließung im Jahr 1996 hinaus war Josef Reichvilser gerne Gärtner und übernahm gewissenhaft Verantwortung für Schöpfung und Menschen“. Hofstetter bescheinigte Reichvilser eine natürliche Autorität und bezeichnete ihn als gütigen, zufriedenen und gläubigen Mitmenschen.

Hans-Dieter Dummert, der 1973 den Priener Nikolaus-Dienst von Josef Reichvilser übernahm, erinnerte an den edlen Menschen Josef Reichvilser in Form eines Textes aus den 50er-Jahren, den Dummert zu Beginn seiner Nikolaus-Aufgaben von Reichvilser erhielt. Auch bei der Priener Feuerwehr und bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft war Josef Reichvilser aktiv, der Feuerwehr gehörte er ab 1947 an, der Gemeinschaft der Veteranen trat er 1951, also vor bereits 66 Jahren, bei und dort wurde er 2006 zum Ehrenmitglied ernannt.

Bläserweisen von Priener Musikanten, die Fahnenabordnungen der beiden Ortsvereine sowie der dreifache Ehrensalut ergänzten die Nachrufe am offenen Grab für einen wahrlich guten Kameraden. hö

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