bürgerversammlung

Erlstätter in Sorge wegen des Verkehrs

von Redaktion

Bei der Bürgerversammlung in Erlstätt mahnten die Bürger Verkehrsprobleme im Ortsgebiet an, und auch über die Zukunft des alten Erlstätter Schulhauses wurde diskutiert.

Grabenstätt – Helmut Vordermayer mahnte an, dass das Queren der Kreisstraße im westlichen Erlstätter Ortsgebiet für Fußgänger lebensgefährlich sei, da der Schwerlastverkehr enorm zugenommen habe und dort viel zu schnell gefahren werde. Auch Kinder und Senioren müssten gefahrlos zum Sportgelände oder Kindergarten gelangen können, so Vordermayer.

Schilder als Sofortmaßnahme

Bürgermeister Georg Schützinger entgegnete, dass es dazu bereits Ortstermin mit dem Landratsamt und zuständigen Behörden gab. Als Sofortmaßnahme sollen heuer noch Kindergarten- und Fußgänger-Schilder angebracht werden. Auch große Schilder zur Verdeutlichung des Kreuzungsbereiches seien angedacht, und man überlege, einen Fußweg und eine Querungshilfe anzulegen. „Wir haben entsprechende Mittel eingestellt, und ich gehe davon aus, dass der Haushalt am 4. Dezember im Gemeinderat so beschlossen wird“, so der Rathauschef. Er erhoffe sich eine „erhebliche Verbesserung der Verkehrssicherheit und Beseitigung der Gefahrenpunkte“. Der Landkreis werde sich wohl nicht finanziell am Fußweg beteiligen.

Anders sehe es beim seit Jahren geplanten Radweg zwischen Tettenmoos und Erlstätt aus, der aber nur in Verbindung mit dem Kreisverkehr an der Kreisstraßenkreuzung südlich von Erlstätt realisiert werde. Dies scheitere bisher an den Grundstückverhandlungen.

Angesprochen auf die seit langem geforderte Ampel in der Erlstätter Ortsmitte unweit des Gasthofs „Fliegl“, meinte Schützinger, dass die Gemeinde dazu vor 15 Jahren und auch 2005 einen Antrag gestellt habe, und man einen neuen Versuch mit hoffentlich positivem Ausgang starten werde. Der Zebrastreifen helfe nichts, deswegen müsse auch dort etwas geschehen, forderte Vordermayer.

Herbert Klauser zweifelt an den an einem Werktag gezählten „nur“ 280 Schwerlastern auf der Kreisstraße TS 54 (3933 Fahrzeuge) und „nur“ 147 Schwerlastern auf der Kreisstraße TS 3 (4963) – es komme darauf an, wer zum Schwerlastverkehr gezählt werde.

Sie verstehe nicht, warum die Anlieger der im Vorjahr ausgebauten Erlstätter Högelbergstraße die Kosten fast komplett selbst tragen müssen, während der Erschließungsbeitrag anderswo offenbar deutlich niedriger gewesen sei, ärgerte sich Brigitte Schiel. „Es handelt sich hier um eine erstmalige Erschließungsmaßnahme, und deswegen werden laut Satzung 90 Prozent der Baukosten auf die Anlieger umgelegt“, erklärte Schützinger. Die Högelbergstraße sei nicht Teil der Städtebauförderung.

Zum renovierungsbedürftigen alten Erlstätter Schulhaus und dessen künftiger Nutzung durch die Pfarrei und die Ortsvereine meinte Schiel: „Ich bin da geboren und habe zehn Jahre meiner Kindheit dort verbracht. Es liegt mir sehr am Herzen, dass es da endlich weitergeht“. Schützinger erwiderte, dass man auf einem guten Weg sei, sich der Arbeitskreis schon viermal getroffen habe, und 2018 und 2019 sicher etwas passieren werde. Für das erste Quartal 2018 sei eine Infoveranstaltung geplant, da man dann mehr Fakten zu Statik, Brandschutz und Ähnlichem habe.

Sepp Hölzle mahnte den unbefriedigenden Abfluss des Oberflächenwassers bei Starkregenfällen im Erlstätter Ortsteil Bergen an: „Wir sitzen dann wieder auf Kohlen und müssen Angst haben, dass das Wasser im Keller steht“. Man habe ein Ingenieurbüro beauftragt, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, versicherte Schützinger.

In der Gemeinde gebe es gute Radwege, rings um Erlstätt, insbesondere in Richtung Kaltenbach 2095 nahe Kraimoos seien diese aber in einem „äußerst schlechten Zustand“, so Josef König vom Agenda-Arbeitskreis Verkehr, Energie, Ortsbild.

Mehr Baugrund

und Gerätehaus für SV

„Wer von den jungen Leuten keinen Baugrund hat, der hat in Erlstätt keine Chance einen zu bekommen und muss wegziehen“, mahnte Stefan Muggenhamer an. „Wir wissen, dass die Einheimischengrundstücke in Erlstätt nicht ausreichen“, so Schützinger. In Grabenstätt sei nun aber der Bebauungsplan „Erlstätter Straße“ für eine Wohngebiets-Ausweisung fertig. Nachdem das Gerätehaus des SV Erlstätt abgebrannt sei, benötige man dringend eine Unterstellmöglichkeit für die Geräte und Möbel, so Josef Gruber. „Wir schauen nach einer Möglichkeit“, versprach Schützinger.

Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer freute sich über die lebhafte und lange Diskussion: „Es ist ein gutes Zeichen, wenn aus der Bürgerschaft so viele gute Anregungen und Vorschläge kommen“.

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