Buchvorstellung

Geschichten aus dem Leben im Dorf

von Redaktion

Komplett voll war der Veranstaltungsraum im Oberwössner Schulhaus zur Präsentation des Buches „Haus und Hofgeschichten von Oberwössen“. Bürgermeister Ludwig Entfellner zollte den Autoren Bernhard Greimel und Stefan Entfellner großes Lob, und manche der Gäste kauften am Ende der Veranstaltung gleich mehrere Exemplare.

Unterwössen – Gefreut hat es die beiden Autoren, dass rund 150 Besucher mehr über das Buch und ihre Arbeit erfahren wollten. Bürgermeister Ludwig Entfellner stellte zu Beginn die Fragen „Braucht es einen Blick zurück? Braucht es Chroniken und Heimatbücher?“ – und gab die Antwort gleich selbst: „Ein Blick zurück bringt eine enorme Bereicherung. Der Leser lernt und begreift die Zusammenhänge, baut Vorurteile ab.“ Aus diesem Verständnis entstehe die Chance, nach vorn zu schauen.

Beim Lesen könne man Schlüsse für jetzt und die Zukunft ziehen. Wolle man aus einem Buch lernen, setzt dies voraus, dass es gut zu lesen ist und den Anspruch an Genauigkeit und Zuverlässigkeit erfüllt. Wenn ein Buch so lebendig ist, wie die Haus- und Hofgeschichten aus Oberwössen, sei es die Aufgabe der Leserschaft, es zu nutzen und zu benutzen.

Entfellners Dank galt den Autoren, die sich im Laufe ihrer Arbeit daran vom Amateur zum Spezialisten entwickelt hätten. Die in dem Buch geleistete Arbeit verlange viel Idealismus, Ausdauer und Zeit – am besten die Zeit in einem geregelten Ruhestand, meint Entfellner augenzwinkernd. Wichtig seien auch zwei Ehefrauen, die diesen „positiven Wahnsinn mitmachen“. Für Waltraud Greimel und Maria Entfellner hatte der Bürgermeister Blumensträuße dabei.

Er dankte auch Dr. Hans Grabmüller als Vorsitzendem des Heimat- und Geschichtsvereins Achental, der das Werk fachlich betreute, und Fritz Hartl, der für die Herstellung sorgte. Starke Unterstützung hatten die Autoren zudem durch Anton Greimel, Hartmut Rihl, Karin Raab, Lorenz Plenk und Hans Haslberger mit ihrem profunden Wissen über die Ortsgeschichten. Neben der Gemeinde haben vor allem die Marlies Kressner Stiftung, die Raiffeisenbank Rosenheim Chiemsee, die Oberwössner Vereine und andere finanziell beigetragen.

Bernhard Greimel und Stefan Entfellner beschrieben in ihren kurzen Beiträgen, wie sie an die Arbeit herangegangen sind und welche Quellen sie heranzogen. Dies machte die Mühen deutlich, die in den Texten stecken, die sich nun so leicht lesen lassen. „Lest es aufmerksam und von vorne bis hinten“, forderte Greimel auf, „wir haben überall in den Kapiteln Anekdoten aus dem Dorfleben für euch versteckt.“

Die Haus- und Hofgeschichten von Oberwössen führen zurück bis zum Anfang des Zweiten Weltkrieges. Das Buch erzählt die Geschichte der Ortsteile mit dem Oberwössner Vorderdorf, Hinterwössen, Brem sowie Achberg und Wagrein, früher einmal Teile der Gemeinde. Die Geschichten blicken in die Familien und das Leben im damaligen Ort. Sie zeigen die Gebäude, das Kommen und Gehen der Eigentümer. Die Autoren berichten vom politischen Leben und wie durch Heirat Familienbande aus der ganzen Region nach Oberwössen geknüpft wurden.

Die 527 Seiten sind bebildert mit alten Fotos, Karten und Skizzen. Das Buch gibt es in den Touristinfos in Ober- und Unterwössen zum Preis von 29 Euro.

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