Förderverein Alt-Traunstein

Salinenpark soll bis 2019 fertig sein

von Redaktion

Vorstand und Beirat des Fördervereins „Alt-Traunstein“ seien derzeit vor allem mit den Themen „Salinenpark“ und „Salinenausstellung“ beschäftigt, so Vorsitzender Richard Kraft in der Jahreshauptversammlung in der Zieglerwirtsstube des Heimathauses.

Traunstein – Da der Turnverein Traunstein für alle Abteilungen Ersatzquartiere gefunden habe, könnten beide Turnhallen in der Au ab Mitte Januar abgerissen werden und ab April mit den Bauarbeiten des Salinenparks begonnen werden, so Kraft. „Die gärtnerischen Arbeiten und die Pflanzungen sollen bis Ende 2018 fertiggestellt sein. Im Sommer 2019 erfolgt dann die 400-Jahr-Feier Soleleitung Bad Reichenhall-Traunstein“, erklärte er.

Der Salinenpark beinhalte neben der Reifenstuelpumpe und der Reichenbachpumpe einen Apothekergarten, in dem Heilkräuter gepflanzt werden. Außerdem seien Bienenstöcke und Obstbäume vorgesehen.

Zur Ausstellung 400 Jahre Soleleitung Bad Reichenhall-Traunstein sagte Otto Huber, dass der Förderverein vom Chemiewerk Gendorf als historisches Kleinod eine Reichenbachsche Wassersäulenmaschine bekomme. Geplant sei eine Ausstellung mit großen Bildern und leichten Texten, die nicht den Anspruch habe, ein Museum zu sein, bei dem sich die Stadt Gedanken über die Finanzierung machen müsste. Die Stadt habe dem Förderverein im Albertistock Zimmer zur Verfügung gestellt.

Als Themen nannte er die Geschichte mit Herzog Maximilian I. von Bayern sowie von Vater Hans und Sohn Simon Reifenstuel, die den Bau der Soleleitung leiteten, den Alltag eines Brunnwarts und die Tektur der Soleleitung. Zu sehen sind eine vier Meter lange Deichsel im Original und eine Deichselbohranlage. Die Schüler eines P-Seminars des Chiemgau-Gymnasiums haben ein virtuelles, weißes Relief programmiert, auf das mit einem Beamer verschiedene Zeitabschnitte projiziert werden können. Laut Kraft wird die Ausstellung zur Festwoche 400 Jahre Soleleitung Bad Reichenhall-Traunstein 2019 eröffnet.

Als „alter Saliner“, der 1949 in der Reichenhaller Saline gearbeitet hat, monierte Sepp Fischer, dass die Geschichte der Saline zu kurz komme. Zu den Pumpen im Salinenpark meinte er, in Traunstein sei nie eine Pumpe gelaufen. Huber entgegnete, dass es eine große Ausstellung des Historischen Vereins geben werde, die sich mit der Salinengeschichte in Traunstein befasst. Dem Förderverein „Alt-Traunstein“ gehe es darum zu zeigen, wie das Salz nach Traunstein gelangt sei.

Bezüglich der Anstrengungen von Architekt Alfred Maier, den Abriss der Franz-Eyrich-Halle als salinarisches Gebäude zu verhindern, sagte Kraft, der ehemalige Kreisbaumeister Bernhard Greimel habe die Vorstellung des Fördervereins, die beiden Turnhallen abzubrechen und die Flächen von Bebauung freizuhaben, als städtebaulich vollkommen richtig bezeichnet. Die Franz-Eyrich-Halle sei 1922 unter Verwendung von Teilen der Grundmauern der Maximiliani-Siede mit Anbauten und Unterkellerungen sowie Fensterfronten entstanden. „Aus diesem Grund ist der Förderverein ,Alt-Traunstein‘ ebenfalls der Überzeugung, dass es sich bei den Bauwerken nicht um schützenswerte Denkmäler handeln kann“, betonte Kraft.

Maier sagte darauf, er habe beim Landesamt für Denkmalpflege, bei der Regierung von Oberbayern und bei der Unteren Denkmalschutzbehörde den Antrag gestellt zu überprüfen, ob es sich um ein salinarisches Gebäude handle.

Zu seinem Vorschlag, das Gebäude als Stadthalle zu nutzen, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel, die Stadt investiere Millionen Euro in den Neubau der Turnhalle des Annette-Kolb-Gymnasiums für Versammlungen bis zu 500 Leute und in die Klosterkirche für Veranstaltungen bis zu 320 Leute. „Soll die Stadt eine dritte Stadthalle bauen?“, fragte Kegel. Kraft beendete die aufkommende Diskussion mit der Feststellung, man solle die Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege abwarten.

Zum Sachstand der Sanierung der Grabplatten an der Kirche St. Georg und Katharina im Stadtpark sagte Kraft, unter Federführung der Pfarrei St. Oswald würde derzeit das Dach mit Holzschindeln neu eingedeckt. Im kommenden Frühjahr werde der Putz erneuert und die Fassade gestrichen. Anschließend könne es an die Sanierung der Grabplatten gehen.

Viele Traunsteiner Bürger, die in der Saline ab 1619 beschäftigt gewesen seien, wurden im damaligen Friedhof um die Kirche St. Georg und Katharina herum beerdigt. Bei der Auflassung des Friedhofs wurden die wertvollsten Grabplatten an der Kirchenwand eingemauert. Ihre Sanierung soll rund 70000 Euro kosten, woran sich der Förderverein „Alt-Traunstein“ mit 15000 Euro beteiligt, von denen widerum 10000 Euro als Spende von der Kreissparkasse kommen.

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