Kreisentwicklungsausschuss Traunstein

Bahnhaltepunkt Klinikum ist kein Renner

von Redaktion

Mehr Aussteiger als Einsteiger, daher nur noch Bedarfshaltepunkt – Stadt Traunstein künftig selbst zuständig für Rufbus

Traunstein – Die Fahrgastzahlen am Bahnhaltepunkt Traunstein-Klinikum stellte Landrat Siegfried Walch im Kreisentwicklungsausschuss vor: So stiegen im ersten Halbjahr an Schultagen im Schnitt 28 Personen in Züge der Strecken Traunstein-Traunreut oder Traunstein-Garching-Mühldorf ein, 73 stiegen aus. Im Schnitt nutzen 101 Personen pro Tag den Haltepunkt Klinikum.

Wie der Landrat informierte, halten die meisten Züge im neuen Fahrplan ab 10. Dezember dort nicht mehr automatisch. Wer den „Bedarfshaltepunkt“ nutzen will, muss sich frühzeitig beim Zugführer melden. Die Bahn führe solche Bedarfshalte ein, wenn Verbindungen sehr wenig frequentiert werden.

Das Gremium beschloss einmütig, die Verträge für fünf Nachtexpress-Linien zu den bestehenden Konditionen bis Ende 2018 zu verlängern. Der Betriebskostenzuschuss des Landkreises summierte sich 2017 auf knapp 118000 Euro – in gleicher Höhe wird er im Kreishaushalt 2018 eingeplant.

Nicht nur Jüngere nutzen Nachtexpress

2017 seien die Nachtexpress-Fahrgastzahlen bis einschließlich Oktober mit rund 9800 ungefähr gleich wie im Vorjahr. Der Rückgang heuer um 102 Fahrgäste – ein Prozent – sei im Bereich der natürlichen Schwankung. Kleine Zuwächse je Einsatztag verzeichneten die Nachtexpress-Linien Traunstein-Traunreut-Trostberg-Engelsberg, Traunstein-Marquartstein und Traunstein-Obing. Auf den Strecken Traunstein-Tittmoning und Traunstein-Ruhpolding gingen die Nutzerzahlen leicht zurück.

Walch unterstrich: „Seit 2007 bewährt sich der Nachtexpress vor allem für die jüngere Landkreisbevölkerung. Aber auch für Fahrgäste nach Abendveranstaltungen ist er ein beliebtes Angebot von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag.“

Vor allem im Interesse der Stadt Traunstein lag laut Walch die Entscheidung, der Stadt gemäß deren Antrag spätestens zum Jahresende die Trägerschaft für den lokalen Rufbus zu übertragen. Der Rufbus Stadt Traunstein Linie 9446 existiere seit drei Jahren unter Trägerschaft des Landkreises. Die bisherige 70-prozentige staatliche Förderung laufe Mitte Dezember 2017 aus.

Die Stadt als künftiger Träger könne selbst eine allgemeine ÖPNV-Zuweisung und eventuell auch eine Anschlussförderung aus dem Sonderprogramm „Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum“ erhalten.

Als der Landrat elf Jahre alt war, wie er sagte, – 1995 – stieg der Landkreis in die Praxis ein, Verkehrsgemeinschaften aus Busunternehmen, die die Bahncard auf ihren Linien im Landkreis anerkennen, einen finanziellen Ausgleich zu gewähren.

Bahncard-Rabatte weiterhin im Bus

Die Kosten hierfür bewegten sich in den letzten zehn Jahren zwischen 3000 und 2000 Euro jährlich. 2017 werden es 2400 Euro sein.

Der Ausschuss segnete die Vertragsverlängerung um ein Jahr einhellig ab. Somit gibt es weiterhin in allen Linienbussen Bahncard-Rabatte, die direkt dem Fahrgast zugute kommen.

Unter dem Punkt „Anfragen“ erkundigte sich Ernst Ziegler (SPD) nach dem Stand beim Fernbusverkehr. Ab und zu seien in Siegsdorf und Ruhpolding haltende Fernbusse zu sehen. Fernbusse würden allgemein gut angenommen. Landrat Walch erwiderte, die Unternehmen organisierten alles selbst: „Das geht den Landkreis nichts an.“ Er sei aber bereit, Informationen zu den Möglichkeiten im Landkreis Traunstein einzuholen.

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