Galerie im Alten Rathaus

Eine Einladung zum Lesen und Sehen

von Redaktion

Ausstellung „Im duft der zeit“ von Josua Reichert eröffnet

Prien – Jazzige Klänge hallten bei der Vernissage durch die Räume der Galerie im Alten Rathaus. Stauber & Friends begleiteten die Eröffnung der Ausstellung „Im duft der zeit“ mit Werken von Josua Reichert.

Der Künstler, der aus Stuttgart stammt, genieße weltweit Rang und Namen, sagte Bürgermeister Jürgen Seifert in seinem Grußwort. Die Laudatio hielt Wolfgang Glöckner, Ministerialdirigent a.D. aus Rheinland-Pfalz, der als Kenner Reicherts sowie von dessen Mentor und Lehrer HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshaber gilt. Glöckner ließ Stationen des anwesenden Künstlers, der seit 1972 bei Rosenheim lebt und arbeitet, detailliert Revue passieren.

Während seiner Druckerlehre 1958 sei Reichert auf ein außergewöhnliches Buch – „ein typografisches Kleinod“ – gestoßen, das eine Art Initialzündung bei ihm ausgelöst habe. Er schrieb sich in die Kunstakademie Karlsruhe ein, wo Professor HAP Grieshaber zu seinem Mentor wurde. Es folgten viele Ausstellungen in In- wie Ausland sowie Stipendien und Kunstpreise.

Für seine Arbeiten eignete sich Reichert Kenntnisse der arabischen, hebräischen, lateinischen, kyrillischen und griechischen Schrift an und übersetzte Lyrik sowie Texte aus der Antike bis zur Gegenwart in typografische Bildkunst. Für seine Werke setze er von Messing und Blech über PVC bis hin zu Löffeln alles ein, um seine Buchstaben, Linien und geometrischen Figuren im Kontrast zueinander oder in Harmonie miteinander zu drucken. Die Bekanntheit des Künstlers, der kürzlich seinen 80. Geburtstag feierte, sei enorm. Die Ausstellung, die einen Querschnitt seines Schaffens zeige, lade ein, zu sehen, zu lesen und zu staunen.

Der Vorsitzende des Kulturfördervereins, Dr. Friedrich von Daumiller, blickte auf das erste Jahr der umgebauten Galerie zurück, das reich an Höhepunkten gewesen sei. Seit der Wiedereröffnung kümmert sich die Prien Marketing GmbH (PriMa) um das Haus.

Zur Ausstellung sinnierte von Daumiller: „Die Zeit verduftet nicht, sie verrinnt nicht, sondern sie hält an – denn Buchstaben sind etwas, das für immer bleibt.“ Sie ist bis 4. Februar Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. wp

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