Vortrag an Realschulen

„Kriegsschauplatz der Zukunft“

von Redaktion

Jugendoffizierin: Im Schnitt täglich 100 Angriffe im Internet auf die Bundwehr

Prien – Die Jugendoffizierin Kristin Brinckmann ist Hauptmann der Bundeswehr und Jugendoffizier mit Standort Bad Reichenhall. Die Diplom-Pädagogin ist in ganz Südostbayern als Referentin für Sicherheitspolitik tätig. Vor allem klärt sie junge Menschen über die Aufgaben der Bundeswehr auf.

Knapp 150 Priener Realschüler der zehnten Jahrgangsstufe beider örtlicher Schulen staunten nicht schlecht, als ihnen die junge Soldatin ziemlich zackig einen kompakten Vortrag über die Aufgaben der Bundeswehr hielt.

Schwerpunkt ihrer 90-minütigen Ausführungen war die Frage, was die Bundeswehr im Ausland macht. Zunächst verdeutlichte sie den jungen Zuhörern aber, wo denn die Herausforderungen der Bundeswehr heute lägen. Sie nannte vier Hauptbereiche: internationaler Terrorismus, Migrationsströme, Piraterie auf den Handelswegen und Cyberkriminalität. Wichtig war es Brinkmann, zu betonen, dass die Bundeswehr dabei immer vernetzt handle: immer im Verbund mit der Polizei, aber auch mit der Diplomatie und Entwicklungshelfern.

Derzeit sei die 178000 Männer und Frauen starke Bundeswehr an 15 Auslandseinsätzen und zwei einsatzähnlichen Missionen beteiligt. Insgesamt seien immer 3800 Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz. Aufgrund des gewaltigen Aufwands sei dies die Belastungsgrenze für die Truppe.

1000 Soldaten

der Bundeswehr

in Mali

Brinckmann berichtet vom größten Auslandseinsatz im westafrikanischen Mali mit 1000 Bundeswehrsoldaten. Dieser Einsatz bedeute für die Kameraden vor Ort ein sehr hohes Risiko, denn er sei bedrohlicher und gefährlicher als der in Afghanistan.

In Europa sei die Bundeswehr neben ihrem Kosovoeinsatz im Rahmen ihrer Verpflichtungen als NATO-Mitglied in Litauen tätig. Dort halten sich derzeit 450 Soldaten in „einsatzähnlicher Mission“ auf.

Die Referentin erläuterte den Jugendlichen auch das „immens wichtige“ Gebiet der Cybersicherheit. Das Internet als „Waffe“ sei der Kriegsschauplatz der Zukunft, so Brinckmann. Allein auf das Bundeswehrnetz gingen täglich im Schnitt 100 Angriffe ein. Dies sei natürlich eine „enorme Bedrohung der Sicherheit“.

Dass der Bundeswehr auch in Zukunft die Aufgaben im Ausland nicht ausgehen werden, machte die Jugendreferentin an weiteren Fakten deutlich. So zählt das Konfliktforschungsinstitut in Heidelberg derzeit weltweit 417 sogenannte Konflikte und 21 Kriege.

Abschließend ging Brinckmann auf Fragen der Schüler ein. Eine bezog sich auf den Luftwaffeneinsatz in Syrien. Sie erklärte den Schülern, dass der Standort vom türkischen Incirlik ins jordanische Al-Asrag vor allem wegen des Streits mit der türkischen Regierung verlegt werden musste. Da sich die Verantwortlichen in Ankara des Öfteren gegen den Besuch von kritischen Bundestagsabgeordneten in Incirlik ausgesprochen hätten, habe das deutsche Parlament die Verlegung des Luftwaffenstandorts mit sechs Tornados nach Jordanien beschlossen. Brinckmann unterstrich mehrmals, dass die Bundeswehr letztendlich eine Parlamentsarmee sei, die vom Bürger bestimmt sei. Dies bedeute, dass die gewählten Volksvertreter auch ungehindert Zutritt zu ihr beziehungsweise ihren Standorten haben müssten. re

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