Seeon – Im Zuge der Neugestaltung der Freianlagen will der Bezirk Oberbayern sein Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon auch mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) austatten, das dann künftig alle Gebäude auf der Klosterinsel mit umweltfreundlicher Energie versorgt. Als möglicher Standort für die Hackschnitzelanlage schwebt dem Bezirk der Bereich des Busparkplatzes am großen Gemeindeparkplatz vor.
Die dafür benötigten Dienstbarkeiten – das Recht, auf Gemeindeboden ein BHKW zu errichten – hat der Gemeinderat dem Bezirk eingeräumt. Ebenso wurde dem Bezirk zugesagt, den öffentlichen Parkplatz mit rund 120 Stellplätzen auf eigene Kosten zu sanieren.
Nach Angaben der Bezirksverwaltung für Soziales, Gesundheit, Bildung, Kultur, Heimatpflege und Umwelt hat die Gemeinde bereits im Sommer dieses Jahres ihre Bereitschaft signalisiert, dem Bezirk Oberbayern die benötigten Dienstbarkeiten einzuräumen. Die mündliche Zusage der Gemeinde wurde durch den Gemeinderatsbeschluss jetzt offiziell bestätigt. Auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung wurde der Antrag des Bezirks einstimmig abgesegnet.
Wie Bürgermeister Bernd Ruth mitteilte, sei über das Bauvorhaben im Vorfeld aber rege diskutiert worden. Mitunter seien Überlegungen laut geworden, das Grundstück, auf dem der Bezirk das BHKW bauen will, an ihn zu verkaufen. Die Räte hätten sich auch zu dem geplanten Standort geäußert und angeregt, die Heizanlage näher an das Klosterensemble heranzurücken, um einen hohen Wärmeverlust zu vermeiden. Dass sich der Bezirk für eine umweltfreundliche Energieversorgung entschieden habe, habe das Gremium grundsätzlich begrüßt, sagte Ruth. Einen Termin für einen Baubeginn gibt es noch nicht.
Bezirk investiert
1,7 Millionen Euro
Die Baumaßnahme ist ein Teil eines Gesamtkonzeptes zur Neugestaltung der Freianlagen. Der Bezirkstag hatte im Sommer die Weichen für ein Konzept gestellt, das an die derzeit laufende Innensanierung anknüpft. Für die Umsetzung der Außenanlagengestaltung wurden 1,7 Millionen freigegeben.
Ziel ist es, die charakteristischen Eigenschaften und den wertvollen Altbaumbestand soweit möglich zu erhalten und das Gesamtensemble erlebbar zu machen. Unter anderem soll der ehemalige, sogenannte Hirschfeldgarten wieder in die landschaftliche Umgebung eingebunden werden. Entlang des Seeufers soll ein neuer Weg gebaut werden, damit die Besucher bei einem Spaziergang den herrlichen Ausblick in die Umgebung genießen können. Durch den Ankauf des Hirschfeld-Anwesens und des Café-Bistro Leuchtenberg ist es auch gelungen, das Areal weiterzuentwickeln und damit die ehemalige Klosteranlage für seine Besucher rundum zu öffnen.
Mit ersten kleineren Maßnahmen hat der Bezirk Oberbayern das Projekt bereits begonnen. Wie lange sich die Gesamtmaßnahmen hinziehen werden, ist noch nicht absehbar. Bei der Vorstellung des Konzepts war die Rede von drei bis fünf Jahren. ga