Rimsting – „Der Lebensraum für die Wildtiere wird immer kleiner“, beklagte der Revierpächter für Rimsting-West, Dr. Robert Neugirg, beim traditionellen Jagdessen der Jagdgenossenschaft im „Wirtshaus beim Has´n“. Freizeitaktivitäten bis in die tiefe Nacht hinein, der immer weiter zunehmende Straßenverkehr, der Siedlungsbau und der Strukturwandel in der Landwirtschaft führten dazu, dass der Lebensraum der Wildtiere immer noch kleiner werde, erläuterte Neugirg. Das Rehwild werde immer mehr zum Nachttier. Damit werde auch die waidgerechte Bejagung immer schwieriger und zeitaufwendiger.
Dem Straßenverkehr seien allein im Revier Rimsting-West vier Rehe, vier Dachse, zwei Füchse und zwei Marder zum Opfer gefallen. „Wenn wir als Jagdpächter zu einem Wildunfall gerufen werden, müssen wir oft feststellen, dass sich die Unfallverursacher nicht richtig verhalten haben“, berichtete er. Zuerst sollte die Unfallstelle gesichert werden, dann die Polizei verständigt, die dann von sich aus den jeweils zuständigen Jagdpächter verständigen wird. Sollte das tote Tier auf der Fahrbahn den Verkehr behindern, sollte es an den Straßenrand gelegt werden.
Nach Auskunft der Unteren Jagdbehörde seien in diesem Jahr über 60 Sauen im Landkreis Rosenheim erlegt worden. In den beiden Rimstinger Revieren sei erfreulicherweise aber noch kein Schaden durch Schwarzwild angerichtet worden, erklärte Neugirg.
„Ein Durchzug von Wildschweinrotten wird sich jedoch auf Dauer auch in unseren Revieren nicht verhindern lassen“, sagte er voraus. Die Wildsauen legten in einer Nacht auf Nahrungssuche bis zu 30 Kilometer zurück. Da die Wildsauen auch noch schlauer seien als der sprichwörtliche Fuchs, seien sie äußerst schwer zu bejagen.
Dr. Neugirg gab noch bekannt, dass die Jäger bei der Erfüllung des dreijährigen Abschussplans für Rehwild in beiden Rimstinger Revieren im Soll lägen. th