Traunstein – Gleich zwei besondere Anlässe zum Feiern hatte das Staatliche Berufliche Schulzentrum (BSZ) Traunstein: die Amtseinführung von Studiendirektor Helmut Götzinger als neuen Schulleiter und die Einweihung der Staatlichen Fachakademie für Sozialpädagogik durch Stadtpfarrer Georg Lindl und Pfarrer Dr. Manuel Ceglarek. Götzinger tritt die Nachfolge von Oberstudiendirektorin Barbara Spöttl an, die über zwei Jahre das BSZ neben ihrer eigenen Schule, der Berufliche Oberschule Traunstein, mitgeleitet hat.
Das Ministerium habe sich für eine eigene Schulleitung des BSZ entschieden, weil mit der Gründung der neuen Fachakademie für Sozialpädagogik eine entsprechende Schülerzahlsteigerung verbunden sei, sagte Anneliese Willfahrt, Abteilungsdirektorin von der Regierung von Oberbayern, in der Feierstunde in der Aula des Schulzentrums. Da nun auch die Leitung der Staatlichen Berufsschule II Traunstein, die bis jetzt von Oberstudiendirektor Wolfgang Kurfer von der Staatlichen Berufsschule I Traunstein mitgeleitet werde, eigens besetzt werde, sei die Schulleitersituation der Traunsteiner Berufsschulen wieder gut geregelt.
Willfahrt gratulierte Studiendirektor Götzinger, der seit zehn Jahren ständiger Vertreter des Schulleiters der Berufsschule II war, zu seiner neuen Aufgabe. „Sie haben mit diesem neuen Amt eine schöne und gleichzeitig herausfordernde Aufgabe übernommen“, sagte Willfahrt. Seit 22 Jahren sei er in Traunstein beruflich tätig und kenne dadurch die hiesigen Verhältnisse sowie die Ansprech- und Kooperationspartner sehr gut.
Sie umriss anschließend die vielfältigen Aufgaben einer Schulleitung. Als besondere Aufgabe kommt für Götzinger der Neuaufbau der Staatlichen Fachakademie für Sozialpädagogik hinzu.
Wertschätzung, Hilfsbereitschaft
und Respekt
Studiendirektor Götzinger erinnerte daran, dass er bereits vier Jahre die Schulen des BSZ mitgeleitet habe. Bedeutend sei für ihn eine gute und effiziente Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Lehrkräften, Eltern, Schülern, Schulleitung und Regierung. Er wolle sich für ein von gegenseitiger Wertschätzung, Hilfsbereitschaft und Respekt geprägtes Lern- und Arbeitsklima einsetzen.
Auch zur Einweihung der Fachakademie äußerte er sich. Götzinger lobte sein Kollegium, dass es die Herausforderung mit großem Engagement und Organisationstalent gemeistert habe. Götzinger würdigte auch den Einsatz der Landtagsabgeordneten Gisela Sengl und Klaus Steiner, des Landkreises und der Regierung.
Gerade auch im Hinblick auf die vermehrte Zuwanderung steige der Bedarf an Erziehern und Erzieherinnen in den Kindertagesstätten stetig. Um den zu erwartenden Ausbau von Kinderkrippen, Hortplätzen und Kindergärten personell stemmen zu können, brauche man gut ausgebildetes Personal.
Auf den zum Teil dramatischen Personalmangel in der Kinderbetreuung und die oft schwierige Personalsituation in den Kindertagesstätten wiesen auch die Landtagsabgeordnete Sengl, der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser und Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel in ihren Grußworten hin. Sengl brachte den Vorschlag einer mobilen Reserve im Fall von Krankheit oder Schwangerschaft wie bei den Schulen. Wenn Personal wochenlang fehle, dann sei dies sehr belastend. Ebenso forderte sie mehr Männer in der Kinderbetreuung, denn es sei für die Kinder wichtig, dass die Geschlechter gleich vertreten seien. Kindererziehung sei ein hochqualifizierter Beruf, der gut bezahlt werden müsse.
Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Lehrer der Berufsschule II, davon seit 2007 als stellvertretender Schulleiter, sei Götzinger der richtige Mann und habe es auch verdient, stellte Konhäuser fest. Das BSZ sei ein leuchtendes Beispiel für die Stärke der beruflichen Bildung, das eine weitere Aufwertung durch die Fachakademie für Sozialpädagogik erfahre. „Die Fachakademie bedeutet eine strategische Stärkung dieses Kompetenzzentrums für soziale Berufe und ist eine Antwort auf den großen Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern in unserer Region“, sagte Konhäuser.
Die jetzt 31 Schulen und Bildungseinrichtungen seien ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt, sagte Oberbürgermeister Kegel. Das Thema Bildung gehöre zu den zentralen politischen Aufgaben der Stadt. „Umso mehr freut es mich, dass wir heute die Staatliche Fachakademie einweihen können. Sie kommt gerade rechtzeitig, denn der bedarf an Erzieherinnen und Erziehern ist gleichbleibend hoch.“ Zu Götzinger sagte Kegel, mit der Leitung des BSZ liege ein vielseitiger, abwechslungsreicher, aber auch anspruchsvoller Wirkungsbereich vor ihm. bjr