Zeitplan eingehalten

Minikreisel fertig: Freie Fahrt ab 8 Uhr

von Redaktion

Tiefbauamt und Bauhof der Gemeinde, die Firma TTB und ihre Partner haben eine Punktlandung hingelegt: Trotz engen Zeitplans und einiger unvorhersehbarer Probleme haben sie den Minikreisel gestern asphaltiert und so weit fertiggestellt, dass die Kreuzung See-/Hochriesstraße ab heute, Samstag, 8 Uhr, wieder befahrbar ist.

Prien – Gestern wurden viele Autofahrer in Prien nochmal auf eine Geduldsprobe gestellt. Der Minikreisel wurde asphaltiert, die wichtige Kreuzung und damit die Hauptverkehrsader vom und zum Chiemsee waren noch gesperrt: Der erste Ansturm in Richtung Hafen von Ausflüglern, die zum Christkindlmarkt auf der Fraueninsel übersetzen wollten, musste noch Umleitungen in Kauf nehmen. Auf den Ausweichstrecken kam der Verkehr zeitweise nur schleppend voran.

Innerorts war zudem bis zum frühen Nachmittag die Wendelsteinstraße gesperrt wegen des grünen Marktes. Auf dessen angestammten Areal auf dem Marktplatz wurden am frühen Nachmittag an den Buden des Priener Christkindlmarktes auch die ersten Gläser Glühwein ausgeschenkt, was ebenfalls Publikum anlockte.

Herzstück des Minikreisels, der die stauträchtige Kreuzung entschärfen soll, weil sich Verwaltung und Kommunalpolitik davon versprechen, dass sich nicht mehr so lange Rückstaus in die Hochriesstraße durch wartende Linksabbieger in die Seestraße bilden, sind eine gepflasterte, überfahrbare Mittelinsel sowie zwei „Schildkröten“, wie Fachleute ovale, leicht nach oben gewölbte Pflasterungen auf Fahrbahnen nennen, weil sie an Schildkrötenpanzer erinnern. Sie sollen die Pkw lenken, ebenso wie eine Pflasterung an der Nordseite, die Autos aus der Bahnunterführung bremsen soll vor der Einfahrt in den kleinen Kreisverkehr. Die Pflasterelemente wurden so vermessen und gesetzt, dass es rumst, wenn man darüber fährt, aber keine Schäden an Fahrzeugen entstehen sollten.

Am Nachmittag stellten Bauhofmitarbeiter rund um die neue Anlage Verkehrsschilder auf. Noch nicht auf die Fahrbahn markiert sind zwei Zebrastreifen. Über die Seestraße führt zwischen Kreisel und Unterführung der eine, bekannte. Ein zweiter, neuer Zebrastreifen entsteht in der Hochriesstraße. Die Masten für die Beleuchtung dieser Fußgängerüberwege sind zwar aufgestellt, aber die Lampen noch nicht geliefert. Sobald sie eintreffen, sollen zeitnah die Markierungen folgen.

Auf der Südseite der Fahrbahn in der Unterführung (Richtung Seestraßenkreisel) ist der Radweg verschwunden, Fahrradfahrer sollen nun die verbreiterte Fahrbahn mitbenutzen. Die Randsteine des kurzen Radwegfragments waren Stolperfallen und hatten so manchen Radler stürzen lassen.

Auf der gegenüberliegenden Seite hat die knappe Zeit nicht gereicht. Hier leitet eine Absperrkette Radler auf die Fahrbahn, das Radwegstück soll im Frühjahr noch zurückgebaut werden.

Bis zuletzt hatten Politik, Planer und Bauverantwortliche gehofft, dass der knappe Zeitplan eingehalten werden kann und das Wetter ihn nicht über den Haufen wirft. Petrus war ihnen wohlgesonnen: Der wenige Schnee am Donnerstagmorgen war schnell beiseite geräumt und die Temperaturen sanken nicht so weit ab, dass Asphaltarbeiten unmöglich geworden wären. Bei Minusgraden besteht nämlich Gefahr, dass das Material nicht hält.

Mit der Baufirma TTB hatte der Markt Prien Glück, Tiefbauchef Tobias Kollmannsberger lobte sie gestern Vormittag auf der Baustelle im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung in den höchsten Tönen. Das Unternehmen hatte auf die kurzfristige Anfrage aus Prien als einziges von vier angefragten Spezialfirmen ein Angebot abgegeben und verfügt zudem in Traunreut über eine eigene Asphaltmischanlage. Eigentlich alle Baufirmen, die solche Anlagen haben, schalten sie über den Winter ab, weil dann nicht gebaut wird und niemand Asphalt braucht. TTB schaltet seine Anlage heute ab.

Unvorhersehbare Probleme, die in keinen Plänen verzeichnet waren, hatten den Zeitplan mehrmals gefährdet. Gullys, die nicht an die Kanalisation angeschlossen waren, ein Gasanschluss, der anders lag als gedacht und von einem Bagger beschädigt wurde, was einen Großeinsatz der Feuerwehr auslöste (wir berichteten) und halb Prien für fast einen ganzen Tag von der Erdgasversorgung abschnitt, hielten alle Beteiligten in Atem.

Am späten Donnerstagnachmittag dann der nächste unliebsame Zwischenfall: Weil im Untergrund ein Anschluss vor Jahrzehnten wohl nicht ordnungsgemäß verlegt worden war, hatte sich ein unbekannter Hohlraum gebildet. Plötzlich riss auf der Baustelle darüber ein kleines Loch auf, das einen Meter in die Tiefe reichte.

Aber auch diese letzte zusätzliche Herausforderung meisterten die Beteiligten und bauten den Minikreisel termingerecht zu Ende, sodass heute ab 8 Uhr der Verkehr wieder fließen kann – pünktlich zum ersten Adventswochenende.

Bürgermeister Jürgen Seifert hatte die Schwierigkeiten beim Bau des Minikreisels am Mittwochabend im Marktgemeinderat geschildert: „Wir haben in den letzten acht Jahren über 40 Millionen Euro in Prien verbaut, aber keine Baustelle hat uns so sehr gefuchst wie diese“, obwohl sich die Kosten für den Kreisel – ohne ausstehende Restarbeiten – bisher doch mit nur 117000 Euro vergleichsweise bescheiden ausnehmen.

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