Grassau – Zunächst ging Gasteiger auf den Kurbeitrag, früher als „Bettenzehnerl“ bezeichnet, ein. Dieser diene der Pflege gemeindlicher Anlagen wie Reifinger See, Kurpark, Grünanlagen Loipen und Kneipbecken und sei eine öffentliche Abgabe.
Sollte ein Gast beruflich in Grassau verweilen, werde diese Abgabe nicht fällig, wohl aber der Fremdenverkehrsbeitrag. Ein Gast, der beruflich in Grassau zu tun hat, so Tourist-Info-Leiterin Christiane Lindlacher, erhalte auch keine Gästekarte. Eine Ermäßigung für Rentner, so Gasteiger auf eine Frage, sehe die Satzung nicht vor.
Zum Fremdenverkehrsbeitrag informierte der Kämmerer, dass Gewerbetreibende, die unmittelbar und mittelbar vom Tourismus profitieren, aus ihren Gewinnen eine Abgabe entrichten müssen. Eine Apotheke mit einem jährlichen Gewinn von 50000 Euro müsse zum Beispiel 700 Euro Fremdenverkehrsbeitrag leisten, während ein Hotel mit dem gleichen Gewinn 3500 Euro abführen müsse. Es komme also darauf an, in wie weit das Unternehmen vom Tourismus profitiert. Ziel sei es, die Kosten für den Tourismus auf den Personenkreis umzulegen, der Vorteile von ihm hat. Kurbeitrag und Fremdenverkehrsbeitrag gingen zu 100 Prozent in den Tourismus-Haushalt.
Christiane Lindlacher berichtete, dass das Thema interessant wurde, weil in den Buchungssystemen die Abgaben nun exklusiv dargestellt werden. Tipps für die Vermieter hatte Kleinvermieterin und Buchhalterin Manuela Ritzer. Sie verwies auf die neuen Blöcke, die in der Tourist-Information für alle Vermieter ausliegen. Der Vordruck zeige, wie die Rechnung gestellt werden muss und sei sehr einfach gestaltet. Beim elektronischen Meldeverfahren, rechne der Computer die Kurtaxe aus.
Sie informierte, dass jeder Vermieter bis zu einem Umsatz von 17500 Euro als Kleinvermieter gelte und keine Steuer abführen müsse. Im Kurbeitrag von 90 Cent sei die Fremdenverkehrsabgabe von sieben Prozent enthalten. Der Kämmerer rechne diese dann aus der Summe heraus.
Zu den aktuellen Übernachtungszahlen erklärte Lindlacher, dass das neue IRS-System voll eingeschlagen habe und 3500 mehr Übernachtungen bei Privatvermietern erzielt wurden. Als positiv erwies sich auch der Einsatz der Gäste-Kontrolleurin. Viele Zweitwohnungsbesitzer würden Freunde und Bekannte nicht anmelden, obwohl sie kurbeitragspflichtig sind. Seit April wurden so 1100 Übernachtungen im Zweitwohnungsbereich mehr gezählt. Eigentlich hätte sich die Tourist-Information nun über ein dickes Plus gefreut. Allerdings wurde dies revidiert, da das größte Hotel durch Umbau- und Renovierungsmaßnahmen 50 Betten weniger anbot.
Lindlacher informierte über das neue Loipenspurgerät und Loipenschilder, die aufgestellt werden sowie über die neue Internetseite, die 20 Prozent mehr Buchungen über die eigene Seite brachte. Achental- und Ringbuslinie würden weiterhin fahren. Die Wandergäste haben, so Lindlacher, enorm zugenommen. Für Familien mit kleinen Kindern stehe eine Kraxe zum Ausleihen bereit.
Grassau und Rottau: Prädikat „Luftkurort“
Die Umstellung auf IRS habe alle Erwartungen übertroffen und rund 400000 Euro Buchungsumsatz für die Vermieter erzielt. Grassau, und nun auch Rottau, seien als Luftkurort zertifiziert – in Zeiten von Luftverschmutzung, Asthma und Allergien ein gutes Aushängeschild.