Übersee – Mehr Fragen und Anregungen als Kritik äußerten die Überseer Bürger im Diskussionsteil der Bürgerversammlung im Gasthaus „D’Feldwies“. In 45 Minuten hatte zuvor Bürgermeister Marc Nitschke wohl den Informationsbedarf der rund 130 anwesenden Bürger gestillt (wir berichteten).
Noch nicht abgefunden haben sich die Überseer damit, dass der Landkreis den Fahrradweg auf der sanierten Feldwieser Straße abgelehnt hatte. Unter dem Beifall der Anwesenden regte Franz Wilk entsprechende Markierungen links und rechts auf der Fahrbahn zum Schutz der Radlfahrer an. Noch sei es dafür nicht zu spät, argumentierte er. Bürgermeister Marc Nitschke sicherte zu, das Thema noch einmal anzugehen.
Als „Stiefkinder“ bezeichnete Annemarie Schwaiger die Fußgänger an der „neuen“ Feldwieser Straße. Teilweise seien die Gehsteige schon wieder kaputt, und es bildeten sich Pfützen. Außerdem würden oft wochenlang Pferdeäpfel auf dem Bürgersteig liegen. Nicht hinzunehmen seien auch über Monate dauerparkende Camper in den Parkbuchten. Der Bürgermeister versprach Abhilfe.
Die Parkgebühren-Freiheit am Überseer Bahnhof und am Chiemseeufer im Winterhalbjahr thematisierten einige Bürger. Für Franz Wilk wären am Bahnhof zwei Euro pro Tag als Gebühr angemessen. Immerhin entstünden für die Gemeinde Kosten, an denen sich die Bahn nicht beteilige. Außerdem kämen Nutzer aus dem ganzen Achental. „Die Parkgebühren-Freiheit in den Wintermonaten am Seeufer ist schon immer üblich gewesen“, meinte der Bürgermeister. Er wolle sich aber „die Sache noch einmal überlegen“ und als Gesamtpaket dem Gemeinderat vorlegen.
„Die Nackedeis am Chiemseeufer trotz des vorhandenen FKK-Strandes und die Hunde am Strand“, sind Renate Gasser ein Dorn im Auge. Der Rathauschef stellte klar, dass Nacktbaden an öffentlichen Stellen grundsätzlich untersagt ist. Wegen der Hunde sollte man sich seiner Meinung nach für die nächste Saison eine Lösung überlegen. Denkbar sei beispielsweise ein abgegrenzter Hunde-Badeabschnitt am Strand.
Anfragen nach aktuellen Baugebieten wiegelte der Bürgermeister ab: „Wir sind im Planungsprozess, in dem alles noch offen ist. Erst wenn das abgeschlossen ist, sind genauere Aussagen möglich.“vd