Traunstein – Ein äußerst positives Bild vom Landkreis Traunstein zeichnete Landrat Siegfried Walch in seinem Jahresrückblick vor dem Kreistag. Die Arbeitslosigkeit zum Beispiel sei seit 2009 um sechs Prozent gefallen, die Zahl der Arbeitslosen um 27 Prozent von 3500 auf 2605 Personen. Traunstein rangiere wirtschaftlich bundesweit unter den Top-Ten-Regionen. Der soziale Zusammenhalt mache einen wesentlichen Teil der Lebensqualität aus. Die Lebens- und Kulturlandschaft sei einmalig. Gesellschaftlich habe sich im Landkreis, im Land, in Europa viel getan. „Wir müssen uns darum kümmern, dass es weitergeht“, so Walch.
Bildung sei ein Schlüssel für die Zukunft. Sie ermögliche Menschen, ihren eigenen Weg zu gehen. Bildung bedeute „nicht nur Abitur“, denn der Wert eines Menschen messe sich nicht an seinem Bildungsgrad.
Haushaltspolitisch gelte es, ein gutes Miteinander, auch mit den Kommunen, zu pflegen. Für die Wirtschaft forderte Walch „einen gelebten Gemeinsinn“. Bürgerschaftliches Engagement sei nicht ersetzbar: „Wir legen Wert darauf, dass sich Bürger selbst für ihre Heimat einsetzen.“ Deshalb versuche der Landkreis, die Wertschätzung des Ehrenamts so hoch zu setzen, wie es nur geht.
Wirtschaftliche Gesundung
bei den Kliniken
Zu den Kliniken stellte der Landrat fest: „2014 waren wir pleite. Mit den zehn Millionen Zuschuss der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land konnten wir nur einige Monate überbrücken. Wir haben mit den Kliniken in unserer Trägerschaft einen Schatz. Wirtschaftliche Gesundung erreichen wir gerade.“
Der Kreis habe sich nie vor Investitionen für die Kliniken gedrückt. Aber der Kreis erwarte auch beste medizinische Versorgung für die Bürger. Zugleich sollten die Mitarbeiter Sicherheit verspüren, dass sie bei einem kommunalen Arbeitgeber nicht um ihren Job bangen müssen. Der Landrat dankte allen Mitarbeitern in den Krankenhäusern, wofür die Kreisräte spontanen Beifall spendeten.
Kreisaltenheime bedeuteten, dass sich normale Menschen das Leben dort leisten können – bei gleichzeitig hoher Qualität der Leistungen, fuhr Walch fort. Ein Überschuss bei den Heimen sei notwendig – damit man neue Maßnahmen anpacken könne, etwa in Palling. Eine der größten Herausforderungen für den Landkreis als Organisation der Bürgerschaft sei bezahlbarer Wohnraum.
Die Bewahrung der Schöpfung sei eine weitere Kernaufgabe, hob Walch hervor. Ökonomie und Ökologie müssten im Einklang stehen. Der Kreis wolle seine Energieziele erreichen. „Gewachsene Traditionen, unsere Art zu leben, ist neben der Landschaft das wichtigste Erbe, das es zu bewahren gilt. Der Respekt vor anderen Kulturen und anderen Völkern beginnt mit dem Ja zu den eigenen Wurzeln. Wir wollen einen selbstbewussten, unverkrampften Umgang mit unseren eigenen Werten. Für uns ist Heimat jetzt wichtiger als zuvor“, stellte Walch in den Raum.
Grundlage der Demokratie sei „das eigene Mitmachen“: „Ich wünsche mir einen Landkreis des Mutes, in dem die Bevölkerung positiv in Zukunft schaut. Es braucht nicht mehr Angst, mehr Sorge. Es braucht mehr Zuversicht.“
Dank richtete Walch an viele Adressen, ausdrücklich auch „an alle Menschen, die ein Ehrenamt übernehmen“. Dankesworte für Walch seinerseits gab es von seinem „Vize“ Sepp Konhäuser und Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner namens des Bayerischen Gemeindetags.