Leserbrief an die Redaktion

Anwohner wollen keine „Luxusstraße“

von Redaktion

Zum Bericht „Erste Zahlen für die Kampenwandstraße“ im Lokalteil:

Vor einem Jahr konnten wir in der Chiemgau-Zeitung lesen, dass die Kampenwandstraße „saniert“ werden soll, 235000 Euro seien „für den ersten Bauabschnitt zur seit Jahren geschobenen Sanierung der Kampenwandstraße bereitgestellt“. Eine zeitnahe Information der Betroffenen war angekündigt. Von Erschließung keine Rede, die kam erst im Gemeinderatsbeschluss am 26. Juli mit 19 zustimmenden Händen im in circa zehn Minuten durchgehechelten Abwägungsbeschluss.

Im August war dann von 540000 Euro (erster Abschnitt) zu lesen, Gesamtkosten 850000 Euro. Im Bürgermeister-Interview sind es nun 630000 Euro für den ersten Abschnitt und bis zu 1,5 Millionen Euro gesamt, Steigerung zu August 77 Prozent, Berliner Flughafen lässt grüßen. Anliegerversammlung zum dritten Mal für Januar 2018 angekündigt.

Und wo bleibt die gebotene Bürgerbeteiligung? Wenn die nur die Kostenbeteiligung von 90 Prozent bedeutet, dann haben Bürgermeister und Hand hebende Gemeinderäte etwas falsch verstanden. Ich habe bisher noch von keinem Eigentümer vernommen, dass wir eine Luxusstraße wollen, die im stillen Kämmerlein geplant und beschlossen wurde.

Jeder kann mit der bestehenden Straße gut leben, ein bisschen glatte Deckschicht reicht und die hätten die Priener Bürgermeister, Gemeinderäte und Verwaltungen der letzten Jahrzehnte schon längst kostengünstig und straßenschonend auftragen können.

Ich wünsche allen Betroffenen, und das sind nicht nur die der Kampenwandstraße – es gibt genug ähnlich Straßen in Prien – frohe Weihnachten, trotz Ungewissheit, was auf sie finanziell zukommt. Sparen Sie bei den Weihnachtsgeschenken, Priener Einzelhandel und Gastronomie geht das dann halt ab, Ihre Altersversorgung wird ein bisschen weniger, jo mei, hab ich mich halt mit meinem Hausbau oder -kauf ein bisschen verspekuliert…

Helmut Hepp

Prien

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