Ruhpolding – Leuchtend gelbe T-Shirts tragen die zehn ehrenamtlichen Frauen, die als beratendes und helfendes Personal zur Verfügung stehen. „Insgesamt sind wir 19 Personen, die abwechselnd hier tätig sind“, sagt Nicole Mühlberger aus der Führungsriege der sozialen Einrichtung.
Die Familienbeauftragte der Gemeinde, Maria Haßl-berger, erklärt, wo in dem ehemaligen Kindergarten was untergebracht ist. Am Eingang erwartet die Besucher eine große Auswahl an Büchern. Die Regale sind sehr gut gefüllt, die Kleiderständer mit tragbarer Kleidung für Kinder und Erwachsene sind voll. Winterbekleidung ist momentan der Renner. Doch auch Geschirr und Besteck finden guten Absatz, ebenso Kinderbücher und Spielsachen.
Die Sozialeinrichtung, die 2015 in einem Haus am Wertstoffhof eröffnet wurde, sollte zunächst eine Anlaufstelle für Familien, Bedürftige und Flüchtlinge sein. Die Idee, die dahintersteckt, lautet „Verwenden statt Verschwenden“.
Die Pfarrei stellte vor ein paar Monaten das jetzige Gebäude zur Verfügung, die Kolpingsfamilie St. Georg unterstützt die gegenseitige Hilfe und ehrenamtliche Frauen kümmern sich um das Bringen und Holen der Waren. Nach dem Motto „Miteinander-Füreinander“ zahlen Bedürftige gar nichts für die Waren, andere Interessierte einen minimalen Preis. Dahinter verbirgt sich der Sinn, dass möglichst viele Bedürftige und Leute, die Unterstützung brauchen, Hilfe finden. Mittlerweile findet man unter den Kunden alle Schichten aus der Bevölkerung. „Und das ist gut so“, meinte Nicole Mühlberger.
Sie hat auch eine Statistik für die ersten elf Monate dieses Jahres zusammengestellt. Demnach haben über 3000 Personen eingekauft. Dafür wurden fast 15000 Teile aus der Kleiderstube weitergegeben, die Spendenfreudige aus Ruhpolding und Umgebung abgegeben hatten. Die Ehrenamtlichen haben dafür rund 2300 Stunden aufgewendet.
„Gerne helfen wir, es gibt noch viel zu tun“
„Neben den Ruhpoldinger Bürgern und Asylsuchenden wurden auch die Mittagsbetreuung der Mittelschule Ruhpolding, die Heimatbühne, das Kindertheater RuKi sowie das Altenheim in Ruhpolding und Inzell ausgerüstet oder unterstützt“, so Nicole Mühlberger, eine engagierte Helferin. „Gerne helfen wir, denn es gibt noch viel zu tun – und die Tendenz ist steigend“, betont sie.