uraufführung

Brauchtum erhalten statt Ängste schüren

von Redaktion

Nicht um das Verbreiten von Schrecken, sondern um die Tradition geht es der „Geigelstoa Pass“ in ihrem Stück „Geigelstoaner Schäbara“. Auf dem Schlechinger Christkindlmarkt feierte es seine Uraufführung.

Schleching – Weil sich immer mehr junge Leute für das Krampus-Brauchtum interessieren, gründeten Andi Hell Junior und Wolfgang Mix im Jahr 2004 eine Pass. Den Namen „Geigelstoa Pass“ hat ihre Krampusgruppe vom heimischen Geigelstein. Zu Beginn waren es zehn Krampusse, heute hat die Pass rund 40 Mitglieder. Dazu gehören auch ein Nikolaus, Engel, Rutenträger und jede Menge Helfer.

Das komplette Outfit eines Krampus mit Larve, Fellanzug und Glocken kostet schnell über 1000 Euro und wiegt fast 25 Kilogramm. Die Holzlarven der Gruppe schnitzt ein Masken-Schnitzer in Tirol, die Ziegen- und Schaffellanzüge sind maßgeschneidert. Als Geläut werden Kuhglocken, Schellen und Balken mit einem Gurt um die Hüften getragen.

Die Ruten sorgen für den nötigen Respekt

Auf die Fertigung der Ruten legt die Geigelstoa Pass Schleching besonderen Wert. Hierbei werden Äste von Weidensträuchern in mühsamer Handarbeit nach bestimmten Zopfmustern geflochten. Die Ruten haben die Krampusse dabei, um sich den nötigen Respekt zu verschaffen.

Beim dem Stück „Geigelstoaner Schäbara“, so Bertl Pletschacher, gehe es um den Erhalt des alten Brauchtums. Die Mitglieder der Geigelstoa Pass distanzieren sich ausdrücklich von Showläufen mit Grusel-Masken und Rammstein-Musik. Sie wollten mit der Aufführung nicht Angst und Schrecken verbreiten, sondern den traditionellen Charakter zeigen.

Aber Krampusse sind keine Kuscheltiere, wie der Beginn des Stückes zeigte. Wild gebärdeten sie sich, tanzten im Kreis und bekämpften sich. Dabei wurde lautstark mit den Kuhglocken und Schellen gerasselt und ein ohrenbetäubender Lärm verursacht, begleitet von Musik, flackerndem Licht und einem die große Trommel schlagenden Krampus. Unheimlich sah es aus, wie sie mit den Fackeln in den Klauen die Dunkelheit stellenweise erhellten und mit den grausig ausschauenden Masken das Böse in der Welt darstellten.

Schlagartig war das Spektakel vorbei, als die Engel mit ihren Schneekugeln erschienen, den Frieden symbolisierend. Da fanden sogar die Krampusse zurück zur Harmonie. Zum fulminanten Abschluss gab es einen Sternenregen und den gemeinsamen Auftritt des Nikolaus, seinen Engeln und der nun friedlichen Kramperln.

Im Anschluss zogen die Mitspieler über den Christkindlmarkt, und mutige Kinder konnten sich mit ihnen fotografieren lassen.

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